In den bisherigen Artikelserien habe ich euch ein Finanzsetup vorgestellt, welches durch den richtigen Umgang mit Versicherungen und Krediten abgesichert werden kann. Ohne eine Strategie zu diesen Themenbereichen macht das Investieren in Geldanlageprodukte für mich keinen Sinn. Zuvor sollte deine finanzielle Existenz abgesichert sein. Es bringt wenig, Geld an den Kapitalmärkten zu investieren und gleichzeitig noch Konsumschulden zu tilgen. Genauso ineffektiv ist es, wenn man durch plötzliche Unglücksfälle, Geldmittel aus Investitionen ungeplant abziehen muss. Ich hoffe, dass ich dir ein paar Tipps zum grundsätzlichen Umgang mit Geld und zum Aufbau einer Strategie zur Absicherung geben konnte.

 

Bevor man sich nun über konkrete Wertpapiere und andere Investitionen Gedanken macht, sind einige grundsätzliche Entscheidungen zum Aufbau einer Strategie notwendig. Daher geht es in dieser Artikelserie um die Strukturierung eines Vermögens.

 

Wie immer, bei meinen Bloginhalten gilt, dass du grundsätzlich deine eigenen Überlegungen anstellen solltest. Informiere dich über die Dinge, die dir weiterhelfen könnten und für die du dich interessierst. Meine Vorgehensweise ist nur eine  von vielen, eine mit der ICH gute Erfahrungen gemacht habe und von der ICH überzeugt bin. Es gibt definitiv viele weitere gute und sinnvolle Wege, um bei der Geldanlage erfolgreich zu sein. Meine Strategie passt zu mir, meinen Zielen und meiner persönlichen Situation. Das kann bei dir ganz anders ausschauen.

 

 

 

Die aktuelle Artikelserie ist wie folgt aufgebaut:

 

Wie du deinem Vermögen eine Struktur verleihen kannst

 

So sieht meine eigene Rubrikeinteilung aus

 

Wie mich ein kostenloses Excel-Sheet vor teuren Fehlentscheidungen bewahrt

 

 

 

Ich bezeichne mich als aktiven Investor. Daher ist diese Artikelserie auch auf diese Form des Investierens ausgerichtet. Trotzdem umfasst meine Strategie auch einige passive Elemente. Das passive Investieren wird in diesen Artikeln nur kurz angerissen. Es hat viele Vorteile und ist für den überwiegenden Teil von uns Privatanlegern, die vermutlich sinnvollste Lösung um Geld anzulegen. Daher möchte ich dieser Investitionsform zu einem späteren Zeitpunkt eine eigene Artikelserie widmen.

 

 

 

Was ist aktives Investment?

 

 

Einfach ausgedrückt, ist ein aktiver Investor jemand, der versucht, anhand eigener Gedanken und Entscheidungen eine positive Rendite an den Finanzmärkten zu erzielen. So gehen weltweit Millionen Privatanleger und tausende Fondsmanager vor. Sie bemühen sich, anhand der ihnen zur Verfügung stehenden Informationen, die attraktivsten Geldanlagen auszuwählen (Stock Picking). Dabei versucht man, möglichst den günstigsten Zeitpunkt für Ein- oder Ausstieg zu erwischen (Market Timing). Hierbei ist es das Ziel, ein besseres Ergebnis zu erzielen als der jeweilige Gesamtmarkt (Überrendite). Fondsmanager legen deshalb einen Vergleichsindex fest, den sie schlagen möchten, um ihr Ergebnis messbar zu machen (Benchmark).

 

 

 

Was ist passives Vermögensmanagement?

 

 

Beim passiven Investieren wird darauf verzichtet, einzelne Wertpapiere selbst auszuwählen. Es werden keine Kurse prognostiziert und es wird auch nicht versucht, die richtigen Zeitpunkte zum Kauf oder Verkauf zu treffen. Stattdessen investiert man kontinuierlich in bestimmte Anlageklassen und versucht bei möglichst geringen Kosten eine Durchschnittsrendite zu erwirtschaften. Man verzichtet also auf die Möglichkeit einer Überrendite, erspart sich dafür jedoch den zeitlichen Aufwand.

 

Anhänger von passiven Strategien gehen davon aus, dass nur wenige Investoren in der Lage sind, dauerhaft eine Überrendite zu erzielen. Schließlich bildet ja die Gesamtheit aller Marktteilnehmer den Durchschnitt. Vereinzelt gibt es natürlich immer wieder Investoren, denen dies zeitweise gelingt. Da es sich aber nicht jedes Jahr um dieselben Anleger handelt, kann man sich den Aufwand sparen.

 

 

 

Warum dann trotzdem aktive Geldanlage?

 

Mein Ziel ist es nicht, einen Vergleichsindex zu schlagen. Ich bin mir bewusst, dass sich weltweit haufenweise Analysten, Fondsmanager, Berater, Ökonomen und andere Experten permanent damit beschäftigen, die besten Geldanlagemöglichkeiten zu finden und diese zu nutzen. Als kleiner Privatanleger, ohne berufliche Berührungspunkte mit der Finanzbranche, geschweige denn Fachausbildung in diesem Bereich, bilde ich mir nicht ein, schlauer zu sein, als all diese Fachleute in ihrem Beruf. Mein Bestreben ist es vielmehr, ein besseres Ergebnis zu erzielen, als ich es mit herkömmlichen Geldanlageprodukten schaffen kann. Einen nicht unerheblichen Anteil meiner Rendite, erwirtschafte ich auf der Grundlage eingesparter Gebühren. Ein Fondsmanager muss sich an bestimmte Regeln seines Fonds halten. Diese Tatsache erschwert für ihn zusätzlich die Benchmark zu schlagen. Ich bin nur an meine eigenen Regeln gebunden und dadurch deutlich flexibler. Das alles könnte ich jedoch auch mit einem passiven Ansatz erreichen.

 

Konkrete Investments wähle ich aktiv aus, weil es mir Spaß macht. Ich beschäftige mich gerne mit diesem Thema, aber ich lege mein Geld nicht aktiv an, weil ich davon ausgehe, besser zu sein als der Gesamtmarkt oder ein Experte. Mein konkretes und ambitioniertes Renditeziel dient lediglich dazu, meinen Sportsgeist anzutreiben und das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Mein Portfolio lege nur ich allein fest. Demnach enthält es auch nur Produkte, die ich ausgewählt habe. Passiven Investieren wäre mir schlicht zu langweilig.

 

Mein Zeitaufwand begründet sich zum größten Teil also in der Wissensaneignung. Je mehr Wissen ich mir schon angeeignet habe und je mehr Themen ich aus meinen Überlegungen ausschließen kann, umso früher verringert sich mein Zeitaufwand. Ich behaupte, dass das Lesen und Verstehen eines Riester-Vertrages länger dauert, als die Zeit, die ich pro Jahr mit der reinen Anpassung meines Portfolios verbringe.

 

Solange ich bereit bin, diese Zeit dafür aufzubringen, werde ich das so beibehalten. Wenn das eines Tages nicht mehr so sein sollte, werde ich meine Vermögensanlage umstellen, zum passiven Investieren übergehen und mich mehr mit anderen Dingen des Lebens beschäftigen. Das bis dahin erarbeitete Wissen, kann mir trotzdem keiner mehr nehmen.

 

Wenn du deine Finanzen nicht weiter in fremde Hände geben möchtest und mit dem eigenständigen Vermögensaufbau beginnen willst, solltest du dir Gedanken darüber machen, ob ein aktives oder passives Vermögensmanagement besser zu dir passt. Es macht Sinn, sich vorher mit der Frage zu beschäftigen. Eine nachträgliche Änderung dieser Entscheidung ist möglich, kostet aber Geld. Aus meiner Sicht spricht auch nichts dagegen, beide Anlageformen miteinander zu kombinieren.

 

Als aktiver Investor findest du in der aktuellen Artikelserie eine Menge hilfreicher Informationen, die du für dich be- und verwerten kannst. Um mit Hilfe eines Gesamtüberblicks über mein Vermögen, eine kluge Investmentauswahl treffen zu können, habe ich meine Vermögensanlage strukturiert und visualisiert. Dies hilft mir bei der Diversifikation und dabei, mich antizyklisch zu verhalten. Auch als Anhänger einer passiven Investmentstrategie wirst du sicherlich auf deine Kosten kommen, da meine Vermögensstruktur, wie erwähnt, auch passive Elemente enthält.

 

 

Weiter geht’s im nächsten Beitrag mit einem Vorschlag, wie du deinem Vermögen eine Struktur verleihen kannst.

 

 

Bild: © panthermedia.net /Olivier26

Wichtiger Hinweis nach § 34b WpHG – Haftungsausschluss

Die hier vorgestellten und besprochenen Geldanlagen befinden sich teilweise in meinen privaten Depots oder auf der Beobachtungsliste. Alle Beiträge dienen lediglich der Information oder der Unterhaltung. Sie stellen ausdrücklich keinerlei Empfehlung oder Kaufaufforderung dar. Ich leiste keine rechtsgeschäftliche Anlageberatung und kann diese auch nicht ersetzen. Dies gilt für sämtliche Kommunikationswege. Bei den hier erläuterten Anlageentscheidungen handelt es sich um meine subjektive Meinung. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Geldanlagen immer mit Risiken behaftet sind, die bis zum Totalverlust führen können. Eine Haftung für deine Anlagenentscheidungen kann ich nicht übernehmen. Du handelst eigenverantwortlich und auf eigene Gefahr. Vor einer Anlageentscheidung empfehle ich dir die Inanspruchnahme einer professionellen Beratung.

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