Für meine erste Unternehmensanalyse habe ich mich für euch an BlackRock herangewagt, eines der sicherlich spannendsten Unternehmen der Finanzwelt. In der breiten Bevölkerung ist das Unternehmen weitgehend unbekannt, denn BlackRock legt Wert darauf, unauffällig zu agieren und ist vielleicht auch deshalb gerne Ziel von verschiedensten Verschwörungstheorien. Hier mein Versuch einer sachlichen Aufarbeitung:

 

Chart langfristig Blackrock

Quelle: ariva.de; Chart in Euro

Bild: www.pixabay.de

BlackRock Unternehmensanalyse

USA

WKN: 928193

ISIN: US09247X1019

Preis:  427,45 US-Dollar, 369,29 Euro

ausstehende Aktien: 159 Mio. US-Dollar (2017)

Marktkapitalisierung: 58,69 Mrd. US-Dollar

Datum der Analyse: 13.10.2018

 

1. Geschäftsmodell

 

1.1 Unternehmensvorstellung

 

Nach der Gründung 1988 in New York, begann BlackRock als kleiner Anleihehändler unter dem Dach der Private-Equity-Gesellschaft Blackstone. Unter der Führung von Larry Fink stieg die Gesellschaft im Laufe der Jahre zum größten Vermögensverwalter der Welt auf. BlackRock verwaltet heute rund 6 Billionen US-Dollar Anlagevermögen und beschäftigt rund 14.000 Mitarbeiter. Der Konzern ist weltweit an mehr als 17000 Unternehmen als Großaktionär beteiligt.

 

Seit dem Börsengang 1999 hat sich der Aktienkurs von BlackRock um das Vierzigfache erhöht und lieferte damit ein jährliches Wachstum von 24 Prozent.

 

Die größten privaten Konkurrenten sind Vanguard mit 4,5 Billionen US-Dollar verwaltetem Anlagevermögen, Fidelity mit 2,3 Milliarden US-Dollar und Capital Guardian mit 1,7 Billionen US-Dollar.

 

 

1.2 Wie verteilen sich die Umsätze?

 

83 % der Umsätze stammen aus den Verwaltungsgebühren für die Finanzprodukte von BlackRock. Die übrigen Umsätze verteilen sich auf Wertpapierleihgeschäfte, Performance-Gebühren, Technologien und Risiko-Management sowie Anlageberatung.

 

BlackRock_Umsaetze_20180918

Quelle: https://seekingalpha.com/article/4206707-blackrock-finally-looking-attractive


In 2017 wurde mit 7 % Umsatzwachstum bei den Verwaltungsgebühren im Vergleich zum Vorjahr und einer Verdopplung bei den Performance-Gebühren ein Rekordergebnis erzielt. Die Umsätze in der Sparte „Technology & risk management“ sind mit ebenfalls sehr starken 14 % gewachsen.

 

 

1.3 Unternehmensstrategie

 

BlackRock verfolgt ein vergleichsweise einfaches Geschäftsmodell: Sie sammeln von Anlegern so viel Geld wie möglich und investieren es weltweit in Anleihen, Aktien und andere Wertpapiere. Das investierte Kapital kommt einerseits von großen Investoren, wie Staatsfonds, Pensionskassen, Regierungen, Versicherungen, Publikumsfonds, Schenkungen, Stiftungen, wohltätige Organisationen, Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Banken oder Finanzberatern. Andererseits aber genauso von uns Privatanlegern, die 50 Euro pro Monat in einen ETF-Sparplan investieren.

 

BlackRock investiert die Vermögenswerte ihrer Kunden, damit diese ihre finanziellen Ziele erreichen können. Ob als Ehepaar kurz vor der Rente, als Eltern, die ihr Kind zur Uni schicken möchten oder sogar als Regierung, die das Leben ihrer Bürger verbessern möchte – der Vermögensverwalter hat es sich zur Aufgabe gemacht, immer mehr Menschen zu helfen, ihr Leben zu verbessern und durch Schaffung von Wohlstand noch mehr Wohlstand zu erreichen.

 

Sie versuchen der Marktdynamik, den regulatorischen Anforderungen, geopolitischen Fragen und dem technologischem Fortschritt immer einen Schritt voraus zu sein, indem neue innovative Strategien aufgebaut werden. So können Risiken besser erkannt und gezielt gesteuert werden.

 

BlackRock bietet ein breites Spektrum an Anlagestrategien unter Einbeziehung verschiedener Anlagestile, Anlageklassen und Regionen. Mit der Kombination aus globaler Expertise, solider Forschung und ihrer Aladdin-Technologie möchten sie jedes komplexe Problem in enger Zusammenarbeit mit den Kunden angehen können. Ihr Ziel ist es auch, individuelle Lösungen für ihre Kunden anzubieten und konstantes Ertragswachstum und eine ansehnliche Kapitalrendite für die Aktionäre zu erzielen.

 

Aladdin ist das mächtige System zur Datenanalyse von BlackRock. Mit Aladdin werden pro Woche 200.000 Kalkulationen zur Bewertung von Geldanlagen durchgeführt und so die einzelnen Finanzprodukte sowie die Entwicklung von mehr als 30.000 Investmentportfolios überwacht. Zu den Kunden, die mit dem System arbeiten, gehören u.a. der kalifornische Pensionsfonds CalPERS oder die Deutsche Bank. Manche Experten bezeichnen Aladdin als das SAP von BlackRock. Durch den konsequenten Ausbau dieser Technologie und der Erhebung und Verarbeitung noch größerer Datenmengen will das Unternehmen seine Marktführerschaft verteidigen und erweitern.

 

Nicht zuletzt dank Aladdin, ging der Konzern als einer der ganz großen Gewinner aus der letzten Finanzkrise 2008 hervor. Damals saß die Finanzindustrie auf vielen Milliarden US-Dollar an Wertpapieren für die sie keine Abnehmer mehr fanden. Das System war für die Verwaltung genau solch großer Portfolios konzipiert und viele Unternehmen, Banken und Versicherungen beauftragten BlackRock damit, Ordnung ins Chaos zu bringen. Als Sahnehäubchen wurde BlackRock von der US-Notenbank zur Abwicklung der Bankenrettungen engagiert und wurde nach und nach zum verlängerten Arm der Regierung beim Krisenmanagement.

 

2009 übernahm BlackRock die angeschlagene Barclays-Bank und  verdoppelte damit das verwaltete Vermögen auf einen Schlag. Zusätzlich gehörte die Marke „iShares“ von nun an zum Unternehmen und BlackRock wurde somit zum führenden Anbieter von ETF-Produkten.

 

Heute stecken fast zwei Drittel des verwalteten Vermögens in ETF-Produkten. Mit über fünf Billionen US-Dollar Anlagevermögen sind diese weltweit derzeit extrem erfolgreich. Ein großer Teil des gesamten weltweiten ETF-Vermögens befindet sich in Produkten der BlackRock-Tochter iShares.

 

Obwohl das Konzept „Exchange-Traded Funds (ETF)“ schon viel älter ist, wurde es erst nach der Finanzkrise so richtig populär als alle Welt nach möglichst einfachen Geldanlagen suchte. Diese Art der Geldanlage ist günstig, leicht zu verstehen und läuft völlig automatisiert. Jeder von uns kann den Handel bequem von zu Hause am PC erledigen. Der Wert der Anteile folgt stets dem Wert des gesamten Index. Vereinfacht gesagt: Steigt der DAX um 1 %, steigt auch der ETF um diesen Wert. Fällt er, fällt auch der ETF entsprechend.

 

Über Fonds- und ETF ist BlackRock zum Beispiel an allen 30 DAX-Unternehmen beteiligt. In den vergangenen Jahren wurden dabei die Anteile am deutschen Automobilsektor immer weiter reduziert und im Gegenzug deutlich mehr in Immobilienunternehmen, wie z.B. Vonovia investiert.

 

Anteile BlackRock an DAX Unternehmen

Quelle: statista.de (Stand: April 2018)

 

Auch bei nahezu allen Global-Playern dieser Erde engagiert sich BlackRock als Großaktionär. Still und leise hat sich das Unternehmen so ein gigantisches Imperium aufgebaut, das in der Finanzwelt bislang unerreicht ist.

 

BlackRock operiert zwar als Treuhänder und Partner und handelt ausschließlich im Auftrag seiner Kunden und es werden keine eigenen Wertpapier-Positionen geführt, aber das damit verbundene Stimmrecht der Aktionäre wird von BlackRock ausgeübt. Der Konzern betreibt Tochtergesellschaften und Niederlassungen in vielen Bundesstaaten der USA sowie in Europa und auch in Asien. Sie kontrollieren so ganze Branchen und Industriezweige

 

In den kommenden Jahren möchte man sich darauf konzentrieren, die Präsenz in Asien, besonders in China, gezielt zu erhöhen. BlackRock hat erkannt, dass die Vermögen dort rasant wachsen und sich ein gigantisches Potenzial aus den immer höheren Sparquoten der Menschen ergibt. Die chinesische Regierung hat Ende 2017 die Tür für ausländische Vermögensverwalter weit aufgestoßen, indem man nun ausländischen Investoren erlaubt, bis zu 51 % der Anteile an einer chinesischen Fondsgesellschaft zu besitzen. Nach drei Jahren ist zukünftig eine hundertprozentige Übernahme erlaubt.

 

Kritiker beschäftigen sich mit der Frage, welche Konsequenzen diese Macht von BlackRock für die Unternehmen an denen sie beteiligt sind und deren Mitarbeiter hat. Sie fragen sich konkret, wie die Verantwortlichen ihre Macht einsetzen. Verbessert BlackRock die Welt oder stellt das Unternehmen eine Gefahr für das globale Gleichgewicht dar? Die Vorwürfe mancher Kritiker lauten, dass BlackRock die Grundregeln der Marktwirtschaft untergraben würde. Von den Regierungen kommen zu all diesen Fragen maximal leise Bedenken. Regulierungen hat es bislang kaum gegeben. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

 

Weiterhin würden die enge Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden und Regierungen dazu, dass die Grenzen zwischen privatem Kapital und Staat verschwimmen würden. Zudem treibe BlackRock die Altersvorsorge voran und leite somit immer mehr Sparkapital in seine Produkte um.

 

 

1.4 Management

 

Der CEO von BlackRock ist Larry Fink. Er wirkt eher wie ein Versicherungsvertreter, denn wie einer der mächtigsten Menschen der Finanzwelt. Doch dieser Eindruck täuscht gewaltig. Für seine Kritiker ist er der Mann, der mit seinen Milliarden-Investments erheblichen Einfluss auf Großkonzerne und ganze Volkswirtschaften ausübt. Von den Regierungen der von ihm bereisten Länder wird er empfangen und behandelt wie ein Staatsoberhaupt.

 

Larry Fink und seine Mitarbeiter beraten Finanzminister und Notenbanken. Der BlackRock-Chef ist extrem gut vernetzt und bezeichnet den Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, als seinen Freund. Keine Regierung, keine Behörde hat einen so umfassenden und tiefen Einblick in die globale Finanz- und Unternehmenswelt wie BlackRock.

 

Fink weist eine bewegte Vergangenheit auf. Er war maßgeblich an der Entwicklung jener Finanzprodukte beteiligt, die 2008 die Finanzkrise auslösten. 1986 verspekulierte er sich heftig und verursachte für seinen damaligen Arbeitgeber First Boston einen Verlust von 100 Millionen Dollar. Dadurch verlor er seinen Job und beschloss sich zukünftig auf Produkte zu beschränken, die er selbst wirklich versteht.

 

Larry Fink versucht das Image des freundlichen Investors zu pflegen. Also eines Investors, der sich aus dem operativen Geschäft der Unternehmen an denen BlackRock beteiligt ist, heraushält. Allerdings mahnt er gegenüber den Vorstandsbossen stets längerfristiges Denken und Sensibilität für gesellschaftliche Trends an. Auch ist er bestrebt für diese Unternehmen Rahmenbedingungen zu schaffen oder zu erhalten, die ihnen dauerhaftes Wachstum und größtmöglichen Profit ermöglichen. Dazu macht er sich seinen Einfluss zu nutze. Bei Unstimmigkeiten lädt er die jeweiligen Firmenchefs gerne einmal zum „persönlichen Gespräch“ vor. Hätte Hillary Clinton die Präsidentschaftswahl vor Donald Trump gewonnen, wäre Fink sicher ein aussichtsreicher Kandidat für den Posten des US-Finanzministers gewesen.

 

 

1.5 Burggraben

 

Kritiker warnen vor dem riesigen Einfluss von BlackRock auf die Weltwirtschaft. Großinvestoren verwenden die Analyseleistungen von BlackRock und sogar die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank (EZB) lassen sich von BlackRock-Experten beraten. Das verleiht dem Unternehmen eine enorme Macht bei wichtigen Entscheidungen mitzureden und genau hierin liegt für mich der Burggraben.

 

Als Irland 2010 und Griechenland 2012 in finanzielle Schieflage gerieten, wurde BlackRock von der IWF als unabhängige Experten für die Prüfung und Problemlösung bestimmt. Eine öffentliche Ausschreibung hat es in beiden Fällen nicht gegeben. 2014 wurde BlackRock mit dem Stresstest der europäischen Banken betraut. Wieder ohne Ausschreibung. In diesem Fall wurde sogar diese hoheitliche Aufgabe in private Hände der Gesellschaft gegeben. Über die finanzielle Entlohnung wurde Stillschweigen vereinbart.

 

Als die Deutsche Bank im Jahr 2012 einen Nachfolger für Vorstandschef Josef Ackermann suchte, habe Ackermann eine konkrete Vorstellung bzgl. seines Nachfolgers gehabt. Die Vorstellung von Larry Fink sei angeblich Anshu Jain gewesen. Am Ende wurde schließlich Jain neuer Deutsche Bank-Chef. Bei der Lufthansa habe BlackRock verhindert, dass der langjährige Vorstandschef Mayrhuber nach durchwachsener Bilanz Vorsitzender des Aufsichtsrates wurde. Dies sind nur zwei von vielen nicht belegten Beispielen, wo BlackRock unmittelbar Einfluss auf wichtige Entscheidungen in einem Unternehmen genommen haben soll.

 

BlackRock kann auf Grund seiner vielfältigen Beteiligungen auf die Entscheidungen in allen wichtigen Unternehmen dieser Welt Einfluss nehmen. Steigen die Kapitalmärkte, steigen auch die Verwaltungskosten der Anlageprodukte und damit die Umsätze.

 

Die Größe des Konzerns ist eine der großen Stärken, die es möglich machen, Produktkosten günstig zu halten und gleichzeitig institutionelles Vermögen zu verwalten. Hierdurch kann BlackRock zum Beispiel über iShares günstige ETF-Produkte anbieten, die kleinere Wettbewerber nicht oder nur zu deutlich schlechteren Konditionen anbieten können.

 

Wenn wir davon ausgehen, dass die Weltwirtschaft langfristig immer weiter wächst – und das tun wir als Aktionäre, müssen wir auch von steigenden Umsätzen bei BlackRock ausgehen. Die Koppelung an die Weltwirtschaft ist in meinen Augen einer der mächtigsten Burggräben, die man für sich beanspruchen kann.

 

 

1.6 Aktionärsstruktur

 

85,02 % der Beteiligungen verteilen sich auf institutionelle Inhaber. Insgesamt sind in diesem Bereich 135.675.593 Aktien im Wert von 5,6 Billionen US-Dollar 1303 institutionelle Inhaber aufgeteilt.

BlackRock_Aktionaersstruktur_20180918

Quelle: https://www.nasdaq.com/de/symbol/blk/ownership-summary

 

2. Bewertung

 

2.1 Umsatzentwicklung

 

Der Umsatz von BlackRock wächst stetig. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 12,49 Mrd. US-Dollar. Das waren 11,98 % mehr als in 2016. Im Jahr 2007 wurde noch ein Umsatz von 4,85 Mrd. US Dollar erwirtschaftet. Innerhalb von zehn Jahren konnte der Umsatz um ansehnliche 157,81 % gesteigert werden.

 

Grafik_Umsatzentwicklung

Quelle: aktienfinder.net (Daten), eigene Darstellung

 

Das durchschnittliche jährliche Umsatzwachstum der letzten zehn Jahre betrug 11,10 %. Für ein Unternehmen dieser Größe eine beachtenswerte Hausnummer! In den letzten fünf Jahren waren es im Schnitt immerhin noch 7,01 %.

 

Während der Finanzkrise fielen die Umsätze von BlackRock lediglich um 7,19 %. Bereits 2010 ging es wieder aufwärts. Seitdem sind die Umsätze in jedem einzelnen Jahr gestiegen.

 

 

2.2 Gewinnentwicklung

 

Die Gewinne konnten ähnlich kontinuierlich gesteigert werden wie die Umsätze. Lediglich die Finanzkrise und das Jahr 2016 stellen Ausnahmen dar. Das Gewinnwachstum beträgt 16,47 % auf 10-Jahres-Sicht . Für die Betrachtung eines 5-Jahres-Zeitraum beläuft sich das Gewinnwachstum auf 9,02 %. Der Gewinn pro Aktie betrug für 2017 22,40 US-Dollar.

 

Grafik_Gewinnentwicklung p.A.

Quelle: aktienfinder.net (Daten), eigene Darstellung

 

 

2.3 Operative Marge

 

BlackRock verzeichnet 2017 einen Anstieg der operativen Marge auf 42,2 % des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr. Diese Kennzahl wurde in den letzten 10 Jahren von 26,71 % auf 42,21 % erhöht. Dadurch ergibt sich eine jährliche Steigerung von 3,8 %.

 

 

2.4 Dividende

 

BlackRock zahlt seinen Aktionären seit dem Jahr 2003 ununterbrochen eine Dividende. Das Unternehmen hat seine Dividende in den vergangenen Jahren sehr zuverlässig erhöht, da es so viel Geld verdient, dass es trotz der Investitionen immer mehr Geld in seiner Kasse hat. Dadurch steigen mit den Gewinnen auch die Ausschüttungen an die Aktionäre. Nur im Jahr der Finanzkrise wurde die Dividende nicht erhöht, sondern konstant gehalten.

 

Grafik_Dividendenentwicklung p.A.

Quelle: aktienfinder.net (Daten), eigene Darstellung

 

Für das Geschäftsjahr 2016 wurde in 2017 eine Dividende je Aktie von 10 US-Dollar ausgeschüttet. Die Dividendenzahlung verteilt sich auf vier Quartale.

 

 

2.4.1 Dividendenrendite

Die historisch durchschnittliche Dividendenrendite bewegt sich innerhalb einer Spanne zwischen 1,92 % zwischen 2,76 %. Bezogen auf die in 2017 erfolgte Ausschüttung bzw. den aktuellen Aktienkurs liegt die aktuelle Dividendenrendite mit 2,63 % nahe der oberen Grenze.

 

Relative Dividendenrendite

Quelle: aktienfinder.net

 

Die relative Dividendenrendite zu weiteren Aktien könnt ihr euch gerne auch selbst anschauen.

 

Der Dividenden-Alarm* generiert aktuell kein Signal für die BlackRock-Aktie.

 

 

2.4.2 Dividendenwachstum

Die Dividende wurde gegenüber dem Vorjahr um rund 10 % angehoben. Es bleibt daher festzuhalten, dass BlackRock eine mittlere Dividendenrendite mit sehr starkem Dividendenwachstum von durchschnittlichen 14,4 % auf 10-Jahres-Sicht aufweist. In den vergangenen fünf Jahren wuchs die Dividende immerhin noch durchschnittlich um 11,97 % pro Jahr.

 

 

2.4.3 Pay-Out-Ratio

Die Dividendenzahlungen sind sowohl vom Free Cash Flow als auch vom Nettoergebnis gedeckt. Von 2008 bis 2017 wurden durchschnittlich 44,5% des Nettoeinkommens ausgeschüttet. Im gleichen Zeitraum betrug der Anteil der Dividenden durchschnittlich 42,9% am Free Cashflow. In 2017 betrug die Pay-Out-Ratio bezogen auf den Gewinn pro Aktie 44,6 %. Die Auszahlungsquote bewegt sich seit Jahren in einer konstanten Spanne.

 

Grafik-Payoutratio

Quelle: aktienfinder.net (Daten), eigene Darstellung

 

 

2.5 Rentabilität

 

Der operative und der Free Cashflow übersteigen seit der Finanzkrise mit jährlichen Wachstumsraten von 20,6 % bzw. 22,7 % das Umsatzwachstum. Dies führt zwangsläufig zu der erfreulichen Tatsache der Steigerung der entsprechenden Margen.

 

Durch solides Wirtschaften generiert BlackRock einen nachhaltigen Mehrwert für die Aktionäre.

 

2.6 Verschuldung

 

Die Schuldenquote wird berechnet, indem für jedes Geschäftsjahr die Gesamtschulden durch das Gesamtvermögen geteilt werden. Die Schuldenquote beträgt aktuell 85,53 %. Der hohe Anteil von Fremdkapital ist allerdings durch das Geschäftsmodell bedingt und daher nicht unbedingt aussagekräftig.

 

2.7 Renditeerwartung

 

Die Prognosen der Analysten für das zukünftige Umsatzwachstum lassen einen Anstieg um 20,81 % auf 16,78 Mrd. US-Dollar bis 2020 erwarten.

 

Angesichts einer prognostizierten Gewinnentwicklung auf 32 US-Dollar je Aktie bis zum Jahr 2020 wird eine stetige Anhebung der Dividende bis auf 14,40 US-Dollar je Aktie angenommen.

 

 

BlackRock Aktie Chart

Quelle: ariva.de

Kursanbieter: L&S RT

 

Hier seht ihr den BlackRock-Aktienkurs der letzten 5 1/2 Jahre. Anfang 2018 kam es zu einer Korrektur. Zum Zeitpunkt der Analyse, im Oktober 2018 steht die Aktie bei 427,45 US-Dollar oder 369,29 Euro. Dies entspricht ca. einem 25 %-Rückgang gegenüber dem Hoch vom Jahresanfang. Ist die BlackRock-Aktie also derzeit günstig zu haben?

 

Das historische KGV beantwortet die Frage, wie günstig oder teuer eine Aktie im historischen Vergleich derzeit ist. Auf dem aktuellen Kursniveau von 427,45 US-Dollar werden die Aktien mit einem KGV von 16,9 knapp unter dem durchschnittlichen 10-Jahres-KGV von 17,7 bewertet. 

 

Ich bin der Grundidee gefolgt, dass der Markt den fairen Wert der BlackRock-Aktie anhand des historischen KGV definiert und habe ihn anhand dieser Methode ermittelt.  Hierbei habe ich den aktuellen Gewinn je Aktie von 25,25 US-Dollar und das 10-Jahres-KGV von 17,77  zum heutigen Zeitpunkt zugrunde gelegt. Demnach beträgt der faire Wert der Aktie 448,69 US-Dollar oder 389,67 Euro. Die BlackRock-Aktie liegt damit leicht unter dem fairen Wert.

 

3. Risiken

Jedes Unternehmen ist permanent Risiken ausgesetzt. Ich möchte daher nicht auf Risiken eingehen, die man als Aktionär grundsätzlich akzeptieren muss, wenn man sich an der Entwicklung eines Unternehmens beteiligen möchte. Dazu gehören zum Beispiel:

 

  • menschliches Versagen
  • Fehler in Geschäftsabläufen
  • Schwierigkeiten innerhalb von Dritt-Beziehungen
  • Software-Mängel
  • Hacker-Angriffe

 

Solche Risiken betreffen alle Unternehmen und sind nicht spezifisch für BlackRock. Erstmal gehe ich davon aus, dass das Unternehmen auch weiter eine hochwertige Arbeit abliefert. Trotzdem können natürlich Fehler in diesen Bereichen zu einem Rückgang des Geschäftsergebnisses führen. Im Folgenden möchte ich daher die Risiko-Aspekte ansprechen, die für mich konkret bei BlackRock wesentlich sind:

 

 

3.1 Markt- und Wettbewerbsrisiken

 

BlackRock ist ein globales Investment-Unternehmen. Damit ist Risiko Teil des Geschäftsmodells von BlackRock. Die Märkte und Marktteilnehmer sind naturgemäß anfällig für Unsicherheiten. Die Geschäftsergebnisse können somit durch vielfältige Risiken und Unsicherheiten beeinflusst werden.

 

Der Umsatz von BlackRock ist in einem hohen Maße von den Verwaltungsgebühren der Kunden abhängig. Nur ein kleiner Teil der Umsätze ergibt sich aus anderen Sparten. Wenn sich die Werte von Eigenkapital, Schulden, Aktien, Rohstoffen, Devisen oder anderer Assets durch globale politische Entwicklungen negativ verändern, wird auch des verwaltete Vermögen von BlackRock zurückgehen und damit auch die Einnahmen durch Gebühren. Eine negative Entwicklung der Kapitalmärkte führt also immer auch zunächst zu einer negativen Entwicklung bei BlackRock.

 

Eine zunehmende Wettbewerbssituation kann zudem das Konzernergebnis negativ beeinflussen. Die Branche der Vermögensverwaltung ist relativ wettbewerbsintensiv und hat vergleichsweise niedrige Einstiegsbarrieren. Wenn die Wettbewerber günstigere Anlageprodukte oder Produkte mit einer besseren Performance anbieten können, könnte dies dazu führen, dass viele Kunden ihre Beratungsverträge kündigen oder auslaufen lassen würden. Zusätzlich bestünde die Gefahr, dass das so liquidierte Vermögen in Konkurrenzprodukte umgeschichtet werden würde. Umgekehrt könnte allerdings auch das Versagen der Konkurrenzprodukte das Vertrauen in die gesamte Branche beschädigen.

 

BlackRock ist nicht mit eigenem Vermögen an den Unternehmen beteiligt, sondern verwaltet nur das Vermögen ihrer Kunden. Durch die vielen ETF-Produkte im Angebot, erhöht jeder passive Investor, der auf den bestehenden Trend aufspringt das verwaltete Vermögen und damit die Einnahmen durch Gebühren. Sollte der ETF-Trend einmal in eine Krise geraten, wird es auch BlackRock vorübergehend hart erwischen.

 

Aktuell unterliegen die Kapitalmärkte einem hohen Abwärtsdruck. Angesichts dieser Rahmenbedingungen gibt es bei BlackRock ebenfalls kurzfristig weiteres Abwärtspotenzial.

 

 

3.2 Gesetzliche und regulatorische Risiken

 

Insbesondere seit der Finanzkrise 2008 unterliegt die Finanzindustrie einer stärkeren Aufsicht und deutlich verschärften regulatorischen Anforderungen. Auch wenn der Mehrwert dieser Bestimmungen für uns Privatanleger in ihrer jetzigen Form oftmals in Frage gestellt werden kann, machen es diese Regelungen erforderlich, dass BlackRock Zeit und Geld in diesen Bereich investiert. Auch wenn sinnvolle Verbesserungen zum Wohl der Privatanleger ausdrücklich zu begrüßen sind, fehlen diese Mittel dem Unternehmen für Wachstum, Dividende oder Aktienrückkäufe.

 

Außerdem hat BlackRock mittlerweile eine Größe erreicht, die zur Einstufung des Unternehmens durch Aufsichtsbehörden als systemrelevant führen dürfte und damit die Gefahr von Regularien betroffen zu werden, deutlich erhöht.

 

 

Fazit:

 

BlackRock verfügt über ein einfaches Geschäftsmodell und schafft es seit vielen Jahren seine Umsätze und Gewinne zuverlässig zu steigern. Die Dividendenrendite beträgt 2,66 % und liegt damit leicht über dem historischen Durchschnitt. Das Dividendenwachstum von 14,4 % im Schnitt in den vergangenen zehn Jahren kann sich mehr als sehen lassen.

 

Eine der großen Vorteile dieses Geschäftsmodells ist, dass mit steigenden Märkten auch die Umsätze steigen. Damit ist die Entwicklung von BlackRock sehr stark an das Wachstum der Weltwirtschaft angelehnt. 

 

Passive Anlagestrategien werden auf Grund ihrer Einfachheit, Liquidität und niedrigen Kosten immer derzeit beliebter. Auch wenn der Wettbewerb in diesem Bereich in den vergangenen Jahren zugenommen hat, hat sich BlackRock ein riesiges Netz von Produkten und Dienstleistungen im Finanzmanagement aufgebaut. Wie eine fantastisch frequentierte Mautstation sammeln sie dabei die Gebühren ihrer Anleger ein.

 

Durch seine Größe kann BlackRock günstigere Anlageprodukte als die Konkurrenz anbieten. Sollte es einmal zum Ende des ETF-Trends kommen, haben sie nicht zuletzt auf Grund ihrer mächtigen Datensammlung jederzeit die Möglichkeit auf veränderte Kundenbedürfnisse oder Wettbewerbssituationen mit neuen Produkten und Anlagestrategien zu reagieren. Wenn die Kapitalmärkte dieser Welt einbrechen, wird es BlackRock daher nur vorübergehend belasten. In den vergangenen Tagen wurde der Wind ja bereits deutlich rauer und kurzfristig ist sicherlich weiteres Abwärtspotenzial vorhanden.

 

Ich glaube jedoch, dass sich in der nächsten großen Krise sogar eine riesige Chance für BlackRock verbirgt, da man den Wechsel zu neuen Produkten und Strategien ihrer Kunden mit Preiserhöhungen begleiten könnte. Auch aus der letzten Finanzkrise ging BlackRock als großer Gewinner hervor.

 

Nicht so gut gefällt mir die Abhängigkeit des Unternehmens von den Umsätzen durch die Verwaltungsgebühren. 85 % ist ein ganz schönes Brett. Ich erwarte in den kommenden Jahren zudem steigenden Gegenwind durch regulatorische Anforderungen. Die einzigartige Stellung von BlackRock durch die weltweite Vernetzung mit Regierungen und Notenbanken und der damit verbundene Einfluss auf finanzpolitischer Ebene wird jedoch dafür sorgen, dass sich die Einschnitte im Rahmen halten werden.

 

Ein weiterer starker Wachstumsmotor für dieses Unternehmen ist der asiatische Markt. Wenn sich die asiatischen Volkswirtschaften weiter entwickeln und ihre Mittelschichten wachsen, wird die Nachfrage nach zuverlässigen Investitionen weiter steigen.

 

BlackRock wird demnach in vielen Jahren sehr viel besser da stehen als noch heute und der Aktienkurs sollte sich im Laufe der Jahre weiter nach oben bewegen. Aktuell bin ich nicht in diese Aktie investiert.

 

Der faire Wert der Aktie beträgt nach der KGV-Methode 448,69 US-Dollar. Umgerechnet in Euro, liegt er demnach bei 389,47 Euro. Nach den heftigen Kursbewegungen der letzten Tage ist die Aktie nun innerhalb kürzester Zeit von einer leichten Überbewertung in eine faire Bewertung übergegangen. Möchte man zu einem Preis einsteigen, der 20 % über der durchschnittlichen historischen Dividendenrendite liegt, wäre der Einstiegskurs bei 347,35 Euro.

 

Unter der Annahme, dass das Gewinn– und Dividendenwachstum annähernd das prognostizierte Niveau erreicht, sind die Renditen sehr attraktiv. Zweistellige jährliche Kurs- und Dividendensteigerungen sollten dann realistisch sein. Die moralische Komponente sollte jeder für sich selbst entscheiden.

 

Dies war meine erste Analyse eines Unternehmens, die ich in dieser Form veröffentlicht habe und der mit Abstand aufwendigste meiner bisherigen Artikel. Ich würde mich über euer Feedback unten bei den Kommentaren oder per Mail sehr freuen. Anhand dessen möchte ich gerne entscheiden, ob ich das zukünftig lieber lasse oder ob es sich lohnt das weiter zu vertiefen und mich zu verbessern. Falls euch der Artikel gefallen hat, freue ich mich über ein „Gefällt mir“ bei Facebook. Neuerdings könnt ihr mir auch bei Twitter folgen.

Quellen:

Aktienfinder-Tool: Aktienfinder.net

 

BlackRock Investor Relations: zu den Geschäftsberichten 

 

Ein Geldkonzern auf dem Weg zur globalen Vorherrschaft – zum Tagesspiegel-Artikel

 

Die Angst vor dem schwarzen Riesen: zum Spiegel-Artikel

 

BlackRock – Wie BlackRock die Konzerne kontrolliert

 

Aladdin – zum Wikipedia-Eintrag

 

Is BlackRock finally looking attractive? – zum Seeking-Alpha-Artikel

Torsten Tiedt

aktienfinder.net

Vielen Dank!

Der überwiegende Teil des in der Analyse verwendete Zahlen- und Datenmaterial wurde durch den Aktienfinder von Torsten Tiedt zur Verfügung gestellt. Der Aktienfinder ist ein Aktienscreener, der sich auf das Aufspüren von Unternehmen mit langfristig steigenden Gewinnen spezialisert hat. Mit Hilfe dieses Tools könnt ihr langfristig von steigenden Kursen und Dividenden profitieren und eure Fähigkeiten und Rendite stetig verbessern. Torsten begleitet den Aktienfinder regelmäßig mit Artikeln, Videos und Analysen auf seinem sehr lesenswerten Blog, damit dieses wertvolle Werkzeug auch bei Neuerungen effizient eingesetzt werden kann.

Bücher

Ebooks

BlackRock

Eine heimliche Weltmacht greift nach unserem Geld

von Heike Buchter

Mit diesem Buch habe ich mich in der Blog-Pause im Sommer intensiv beschäftigt und habe es zum Einstieg in eine Aktienanalyse genutzt. Auch wenn es ein bisschen in Richtung Boulevardjournalismus geht, erhält man doch viele interessante Fakten über BlackRock, die einem bislang nicht bekannt waren. Ich finde es extrem faszinierend und gruselig zugleich, wie ein solcher Finanzgigant am Rande der Öffentlichkeit wächst und gedeiht. Die iShares ETFs gehören zu BlackRock und das Imperium besitzt u.a. Anteile an allen 30 DAX-Unternehmen. BlackRock betrifft also fast alle von uns, trotzdem kennen es nur die wenigsten!

 

 

Inhalt:

Noch nie hat es ein Imperium wie BlackRock gegeben. Mehr als vier Billionen Dollar verwaltet der amerikanische Vermögensverwalter. Keine Bank, kein Fonds hat annähernd so viel Einfluss. BlackRock investiert, analysiert und berät Großinvestoren, Finanzministerien, Notenbanken. Längst hält die „Schattenbank“, die unterhalb des Radars nationaler und internationaler Bankenaufsichtsbehörden agiert, relevante Anteile der wichtigsten Unternehmen wie Allianz, BASF, Adidas oder der Deutschen Bank.

 

Gründer und Chef von BlackRock, Larry Fink, spinnt unsichtbare Fäden in der globalen Wirtschaft, aber auch hier, direkt vor unserer Haustür. Eine falsche Bewegung, und die Finanzwelt könnte ins Wanken geraten. Es ist höchste Zeit, BlackRock ins Visier zu nehmen.

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Wichtiger Hinweis nach § 34b WpHG – Haftungsausschluss

Die hier vorgestellten und besprochenen Geldanlagen befinden sich teilweise in meinen privaten Depots oder auf der Beobachtungsliste. Alle Beiträge dienen lediglich der Information oder der Unterhaltung. Sie stellen ausdrücklich keinerlei Empfehlung oder Kaufaufforderung dar. Ich leiste keine rechtsgeschäftliche Anlageberatung und kann diese auch nicht ersetzen. Dies gilt für sämtliche Kommunikationswege. Bei den hier erläuterten Anlageentscheidungen handelt es sich um meine subjektive Meinung. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Geldanlagen immer mit Risiken behaftet sind, die bis zum Totalverlust führen können. Eine Haftung für deine Anlagenentscheidungen kann ich nicht übernehmen. Du handelst eigenverantwortlich und auf eigene Gefahr. Vor einer Anlageentscheidung empfehle ich dir die Inanspruchnahme einer professionellen Beratung.

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