In meiner allerersten Artikelserie habe ich versucht, euch die Notwendigkeit eines konsequenten Konzeptes im Umgang mit Geld nahe zu bringen und einen Vorschlag für eine strategischen Blickweise auf eure Haushaltsfinanzen gemacht.

 

Die Artikelserie zu meinem Finanzsetup ist damals auf große Resonanz gestoßen und wird auch heute noch regelmäßig gelesen. Seitdem werde ich häufig von euch gefragt, welche Konten und Depots ich konkret für das Konzept nutze. Von daher wurde es langsam Zeit für eine Update-Artikelserie.

 

Hierbei möchte nicht einfach mit Hilfe von „Copy/Paste“ die Vor- und Nachteile aus Testberichten herunterbeten, sondern euch meine eigenen Erfahrungen detailliert vorstellen.

 

Ich möchte begründen, für welche Anbieter ich mich aus welchen Gründen entschieden habe und welche persönlichen Bedürfnisse dem zu Grunde liegen.

 

Insgesamt umfasst das Update zum Finanzsetup fünf Artikel. In den ersten beiden Artikeln habe ich euch meine Giro- und Tagesgeldkonten vorgestellt. Im dritten Beitrag ging es um mein Depot bei der ING-DiBa und zuletzt habe ich mich mit dem Festpreis-Depot der Onvista Bank beschäftigt.

 

Zum Abschluss der Serie zeige ich euch heute, wofür ich mein Depot bei Flatex verwende.

 

Ein Depot ist das Herzstück eures Vermögensaufbaus. Falls ihr gerade nicht wisst, an welcher Stelle vom Finanzsetup wir uns befinden, könnt ihr die Übersichtsgrafik noch einmal aufrufen.

 

Uebersichtsgrafik Kontenstruktur Gesamt

 

Ihr benötigt ein Depot, wenn ihr Aktien, Fonds, ETF und andere Anlageprodukte kaufen wollt. Dort werden die Wertpapiere eingebucht und aufbewahrt, die ihr von eurer monatlichen Sparrate oder Einmalanlage gekauft habt. Die Anbieter variieren stark in Kosten und Leistungen, daher macht ein Vergleich vor dem Abschluss Sinn.

 

Bei der Auswahl eines Anbieters solltet ihr vorallem auf günstige Ordergebühren, kostenlose Limits und kostenlose Dividendenbuchungen achten. Ich nutze mehrere Depots bei verschiedenen Anbietern, da jeder Anbieter für mich Vorteile hat, die ich bei den anderen nicht habe.

 

Einen Depotvergleich könnt ihr auch ganz einfach über Vermögensanleger.de durchführen:

 

5. Meine Depots

5.3 Das Flatex-Depot

Flatex-Depot

 

 

Die flatex GmbH ist seit kurzem eine 100% Tochter der FinTech Group AG. Das Unternehmen hat sich als Online Broker auf das beratungslose Wertpapiergeschäft spezialisiert. Das bedeutet jedoch nicht, dass ihr keinen Support in Anspruch nehmen könnt.

 

Der Support ist dort ebenfalls über die üblichen Kommunikationswege erreichbar und hilft euch bei Angelegenheiten zur Depotverwaltung, genauso wie woanders auch. Im Prinzip ist das kostenlose Depot das einzige angebotene Produkt. Auf Grund dieser schlanken Struktur, ergibt sich vermutlich der extrem günstige Preis.

 

Das Handelsangebot erstreckt sich dabei über alle Wertpapierarten mit Handelsmöglichkeiten an alle deutschen und vielen internationalen Börsen sowie über den außerbörslichen Direkthandel, den CFD- und FX-Handel (Devisen- oder Währungshandel).

 

Bekanntlich interessiere ich mich vorallem für den Handel mit Einzelwerten und kann euch daher nicht von eigenen Erfahrungen zum CFD- oder FX-Handel berichten. Ich nutze mein Flatex-Depot für alle Aktien deutscher Unternehmen und für die ausländischen Werte, bei denen keine Dividenden gezahlt werden.

 

Die Orderkosten finde ich bei Flatex überragend günstig und habe mich auch aus diesem Grund für diesen Broker entschieden. Die Orderprovision beträgt 5 Euro. Zu diesem Preis müsst ihr nun noch die Börsengebühr hinzurechnen.

 

Wenn eine Order über einen Börsenplatz oder Xetra erteilt wird, so errechnet sich der Gesamtpreis aus der Ordergebühr (5,00 €) plus den Börsengebühren (= fremden Spesen, z.B. Maklercourtage). Die Höhe der Börsengebühren ist dabei abhängig vom jeweiligen Börsenplatz und von der Höhe des Order- volumens.

 

Bei unserem bedeutensten deutschen Handelsplatz, dem elektronischen Handelssystem XETRA gelten zum Beispiel diese Börsengebühren: 0,00739% vom Ordervolumen, min. 0,75 €, max. 89,96 €. Wenn ihr also für 2500 Euro Aktien ordert, zahlt ihr eine Börsengebühr von 0,75 Euro. Die Gesamtkosten bei Flatex betragen dann 5,75 Euro.

 

Alternativ könnt ihr über den außerbörslichen Direkthandel zum Festpreis von 5,90 Euro pro Order handeln. So hab ich es bislang immer gemacht, da ich keine Lust auf die Rechnerei mit irgendwelchen Prozentwertangaben habe. So weiß ich immer, welcher Preis mich erwartet. Der Festpreis für den US-Handel beträgt fixe 9,90 Euro.

 

Darüber hinaus bietet Flatex bei über 250 ETF-Sparpläne eine gebührenfreie Ausführung an. Das bedeutet, ihr zahlt hier nur die laufenden Verwaltungskosten eures ETF-Produktes. Bei den übrigen Sparplänen kostet die Ausführung 0,90 Euro. Demnach seid ihr bei Sparplanraten, die höher sind als 60 Euro, bei Flatex günstiger als bei der Konkurrenz. Für Fonds- und ETF-Sparpläne verwende ich in der Regel mein Depot bei der Onvista-Bank.

 

Wer Wert auf ausgezeichnete Referenzen legt, dem sei gesagt, dass Flatex in der jüngeren Vergangenheit eine Vielzahl an Auszeichnungen abgeräumt hat:

 

+ flatex ist „Fonds & Zertifikate Broker des Jahres 2017“ (www.brokertest.de am 31. März 2017)

+ flatex ist bester Brokerage-Anbieter 2017 laut €uro Bankentest (Magazin €uro, Ausgabe 05/2017, 26. April 2017)

+ Bester Online Broker – zum 4. Mal in Folge (Test 10/2016 FMH Finanzberatung/Handelsblatt)

+ Stiftung Warentest sagt: Mit flatex können Anleger spektakulär sparen (Stiftung Warentest „Finanztest“, Test Depotkosten, Ausgabe 12/2016)

+ bewertet als TOP Online Broker von der Wirtschaftswoche und DKI (Ausgabe 47/

 

Für mich sind solche Informationen allenfalls was für den Hinterkopf. Ich mache mir lieber ein eigenes Bild. Denn so fallen auch die ein oder anderen negativen Aspekte auf.

 

Leider verlangt Flatex eine Gebühr bis zu 5 Euro pro Dividendenzahlung aus dem Ausland. Das kann bei Unternehmen, die ihre Dividenden quartalsweise zahlen, schon mal schnell ins Geld gehen. Aus diesem Grund liegen keine ausländischen Dividendenunternehmen in meinem Depot. Solche Aktienwerte liegen bei mir im Direkt-Depot der ING-DiBa, da dort keine Gebühren auf Ausschüttungen aus dem Ausland anfallen.

 

Im März diesen Jahres wurde bei Flatex ein Negativzins auf Guthaben auf dem Verrechnungskonto eingeführt. Dieser beträgt 0,4 Prozent pro Jahr und gilt für alle Kunden, unabhängig von der Einlagenhöhe. Wenn ihr 10.000 Euro auf eurem Verrechnungskonto bunkert, verursacht das Kosten von 10 Euro pro Quartal.

 

Niemand freut sich über Gebühren. Aber Flatex hat es transparent und fair gemacht. Die Gebühr wurde im Vorfeld angekündigt und gilt für alle. Wir wissen woran wir sind und können uns überlegen, wie und ob wir darauf reagieren. Das ist mir deutlich lieber, als das die Gebühren in irgendwelchen anderen Dienstleistungen versteckt oder ins Preis-Leistungsverzeichnis „eingearbeitet“ werden.

 

Glücklicherweise hatte Flatex mir von sich aus einen Kreditrahmen eingeräumt. Ich kann also mein Verrechnungskonto grundsätzlich auf Null belassen. Wenn ich jetzt eine Aktie kaufen möchte, mache ich das aus erstmal dem Kreditrahmen. Noch am selben Tag überweise ich den Kaufbetrag inkl. Gebühren von meinem Verrechnungskonto bei der ING-DiBa zu Flatex. So steht mein Konto meist am nächsten Tag wieder bei Null. Die auflaufenden Kreditzinsen sind nicht der Rede wert und bewegen sich im Cent-Bereich. Die Vorgehensweise erfordert ein wenig Disziplin und eine zusätzliche Überweisung, ist mir aber lieber als auf die günstigen Orderkosten zu verzichten.

 

Flatex wendet sich an aktive, gut informierte Trader, die eigenverantwortlich handeln und Wert auf extrem günstige Gebühren legen. Das Depot ist auch für euch geeignet, wenn ihr sehr aktiv handelt und viele Käufe bzw. Verkäufe tätigt.

 

Für Fonds- und Sparpläne würde ich grundsätzlich eher auf andere Anbieter ausweichen. Insbesondere wenn eure Sparplanrate kleiner als 60 Euro sein soll, empfiehlt es sich hinsichtlich der Ausführungskosten eher, den Sparplan bei der Consorsbank oder Comdirect zu eröffnen.

 

Trotzdem kann im Einzelfall auch immer mal ein Fonds- oder ETF-Produkt, für das ihr euch interessiert, bei Flatex am günstigsten sein. Eine Überprüfung kann sich also immer mal wieder lohnen.

 

Wenn du Aktien bei Flatex einfach und günstig handeln möchtest, kannst du dir hier 5 Free-Trades sichern!*

Vorteile:

 

  • kostenlose Depotführung
  • Wertpapierhandel für 5,00 zzgl. Börsengebühren möglich
  • Festpreis von 5,90 Euro im außerbörslichen Direkthandel
  • kostenlose Limits
  • kostenlose Sparplanausführung bei über 250 Produkten

Nachteile:

 

  • bis zu 5 Euro Gebühren für ausländische Dividenden möglich
  • Negativzins in Höhe von 0,4 Prozent p.a. auf Spareinlagen

 

Bild: www.pixabay.de

Hier könnt ihr euch hier die komplette Artikelserie zum grundlegenden Aufbau des Finanzsetups ansehen. Sie bildet das Fundament zu dieser Update-Artikelserie und enthält einen Schritt-für-Schritt-Vorschlag, wie ihr euren grundsätzlichen Umgang mit Geld gestalten könntet und eure Haushaltsfinanzen strategisch organisiert.

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