Zuletzt gab es hier im Blog eine Artikelserie zum Aufbau einer Vermögensstruktur. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich mein Vermögen in vier Rubriken aufgeteilt. Diese Aufteilung ist als Beispiel gedacht, wie man es für kleinere und mittlere Vermögen festlegen könnte. Je weiter es wächst, umso feingliedriger wird die Aufteilung. Die Artikelserie soll dich motivieren, dir Gedanken über eine eigene Vermögensstruktur zu machen.

 

 

Rubrikeinteilung

 

 

rubrik cash

 

 

 

Die Wertangabe meiner Cashposition ist nur ein grober Richtwert. Die meiste Zeit des Jahres füllt sich das Verrechnungskonto durch Sparbeträge, Zinsen, Dividenden, sowie Investitionsauflösungen von ganz allein. Dies geschieht so lange, bis sich eine Investitionsgelegenheit ergibt. Handelt es sich sogar um eine historisch seltene Kaufphase an den Aktienmärkten, wird die Cashposition meist in mehreren Schritten in Investitionen umgeschichtet. Das geschieht solange, bis entweder der Cash-Wert auf Null gefallen ist und ich mein gesamtes Bargeld angelegt habe oder bis die historisch seltene Kaufphase beendet ist. Anschließend füllt sich das Konto wieder bis zur nächsten Kaufphase. Diese Vorgehensweise erfordert viel Disziplin, zahlt sich aber langfristig aus.

 

 

rubrik-aktien

 

 

 

Aktien können kurzfristig riskant sein. Langfristig gesehen sind sie bekanntlich die stärkste Anlageklasse. Durch steigende Kurse sind hier hohe Gewinne möglich. Auf Grund dieser Tatsache und meines noch relativ jungen Anlagealters habe ich mich entschlossen meinen Schwerpunkt auf Aktien zu legen. Diese Rubrik ist der Renditemotor für mein Depot.

 

Ein Aktieninvestment ist relativ flexibel. Der Kauf- und Verkauf ist innerhalb weniger Minuten abgeschlossen. Empfohlen wird oftmals ein Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren. Meine persönliche Meinung ist, dass dieser Horizont nicht zwangsläufig ausreichen wird, um auch bei einer Krise innerhalb der Anlagezeit mit einem Plus aus der Sache herauszugehen. Besser wäre jedoch ein Minimum von zehn Jahren. Hierdurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einen kompletten Konjunkturzyklus durchlaufen zu haben. Nach diesem Zeitraum wird mit einer gut durchdachten Strategie eine ansehnliche Rendite möglich sein.

 

Noch interessanter wird es, wenn man am Beispiel des Deutschen Aktienindex die Entwicklung der Vergangenheit betrachtet. Der DAX wird von der Deutschen Börse seit dem 01.Juli 1980 berechnet und startete bei 1163,52 Punkten. Der Schlusskurs betrug, trotz aller zwischenzeitlicher Finanz- und Schuldenkrisen, am 04.November 2016 stattliche 10259,13 Punkte. Das bedeutet eine Entwicklung von rund 782 Prozent! Aus einer Investitionssumme von 10.000 Euro wären also vor Abzug von Steuern und bei Nichtberücksichtigung von Gebühren 782.000 Euro geworden. Nicht schlecht oder? Diese Rechenspiele könnte man mit beliebigen Zeiträumen ausprobieren. Das Ergebnis dieser Berechnung würde immer wieder auf einen Schluss hinauslaufen:

 

Je längerfristiger du an der Börse investierst, desto geringer ist das Risiko eine negative Rendite zu erzielen und desto höher ist somit die Wahrscheinlichkeit für einen Gewinn.

 

Bei meinem Anlagehorizont von 30 – 35 Jahren stehen meine Chancen also sehr gut.

 

Natürlich gibt es auf Grund der Vergangenheit keine Garantie, dass es in Zukunft genauso laufen wird. Nähere Informationen, warum es an der Börse langfristig immer aufwärts geht findest du hier.

 

Aktieninvestments sind natürlich viel facettenreicher, als hier von mir dargestellt. Sie umfassen noch eine Vielzahl weiterer Vor- und auch Nachteile. Diese Anlageklasse wird daher auf Vermögensanleger.de zukünftig noch ausführlicher dargestellt. Die hier aufgeführten Argumente waren zu Beginn meines Vermögensaufbaus allerdings ausreichend, um meinen Schwerpunkt auf Aktien zu legen.

 

Häufig wird für die Festlegung einer Aktienquote die Faustformel „100 minus Lebensalter“ empfohlen. Dies nehme ich als groben Richtwert. Weil ich vier Rubriken befüllen möchte, habe ich meinen tatsächlichen Sollwert mit 60 % etwas unterhalb dieser Quote festgelegt.

 

Um hier eine gewisse Diversifizierung zu erreichen, investiere ich neben Einzelaktien auch in Aktienfonds und börsennotierte Fonds, die einen bestimmten Index abbilden (ETF). Bei den Einzelaktien liegt mein Fokus auf Dividendenaktien. Mittlerweile habe ich eine gute Einstellung zur Börse und ihren Schwankungen entwickelt, so dass ich in jeder Marktphase gute Entscheidungen treffen kann. Fallende Kurse beeinträchtigen meine Schlafqualität jedenfalls nicht mehr.

 

 

 

rubrik festverzinsliche werte

 

 

 

Wie erwähnt, unterliegen Investments in Aktien mitunter starken Schwankungen. Um diesem Umstand einen kontinuierlichen Renditefluss entgegen zu stellen, werden 15 % meines Geldes in festverzinsliche Werte investiert. Dies verleiht meinem Depot Stabilität und federt diese Schwankungen etwas ab.

 

Anleihen unterliegen grundsätzlich geringeren Schwankungen als Aktien und generieren regelmäßige Zinseinnahmen. Leider ist es auf Grund des schwierigen Marktumfeldes derzeit nicht so einfach für mich passende Anleihen zu finden.

 

Daher kommt dem noch relativ jungen Markt der P2P Kredite eine wesentliche Bedeutung zu. Auf dem Kreditmarkt für Privatanleger habe ich aktuell eine Plattform für mich entdeckt, wo ich zu sehr guten Konditionen und gleichzeitig niedrigen Gebühren investieren kann. Hier ist eine hohe Streuung deines Vermögens durch die Investition von kleinen Beträgen in viele unterschiedliche Kredite möglich.

 

Vor mehreren Jahren habe ich einen Bausparvertrag abgeschlossen, für den ich aktuell eigentlich keine Verwendung habe. Bei Abschluss habe ich dafür eine hohe Gebühr bezahlt. Daher möchte ich ihn nicht kündigen und nutze ihn nun um die vermögenswirksamen Leistungen meines Arbeitgebers einzusammeln und zu verzinsen. Leider werde ich erst nach 6 1/2 Jahren VL-Sparen die Abschlussgebühr ausgeglichen haben. Diesen Vertrag muss ich wohl unter „Jugendsünde“ verbuchen.

 

Ein weiterer positiver Aspekt meiner festverzinslichen Anlagen ist, dass man sie vergleichsweise wenig beobachten muss.

 

 

rubrik rohstoffe

 

 

 

 

Um meine Investitionen weiter zu streuen, fließen 15 % meiner Vermögensanlage in Rohstoffe. Meine Rohstoffrubrik enthält derzeit physische Edelmetalle und Aktien aus dem Rohstoffsektor.

 

Bei den Edelmetallen ist u.a. Gold als sinnvolle Möglichkeit der Diversifikation eines Portfolios zu nennen. Häufig verhält sich der Goldkurs entgegengesetzt zum aktuellen Wirtschaftswachstum und der Situation an den Finanzmärkten. Vielfach wird es als „sicherer Hafen in Krisenzeiten“ bezeichnet. Wenn es an den Aktienmärkten bergab geht, verkaufen viele Anleger ihre Papiere und kaufen dafür Gold. Dies treibt wiederrum den Goldpreis an und kann meine Verluste aus Aktieninvestments zu einem gewissen Teil kompensieren.

 

Im Gegensatz dazu, dienen Investments in andere Rohstoffe wie Silber, Platin und Palladium nicht der Depotabsicherung. Sie werden als Industriemetalle verwendet. Die Kursentwicklung korreliert entsprechend eher mit der Entwicklung der Weltwirtschaft. Die Rohstoffwerte dienen vielmehr der Risikostreuung, da es sich um wertbeständige Anlagen handelt, deren Wert nicht einfach mal so auf Null fallen kann.

 

Weiterhin investiere ich in Rohstoffaktien. Um hier die riesige Auswahl an Unternehmen einzugrenzen, konzentriere ich mich derzeit auf die Bereiche Minenbetreiber, Öl und Gas. Der nächste Schritt meiner Diversifikation wäre ein Investment in erneuerbare Energien.

 

Ich bin zwar ein Freund von direkten Rohstoffinvestments. Da man sich Ölfässer jedoch nicht einfach ins Schließfach oder Depot legen kann, bieten sich alternativ Rohstoffaktien an. Auch hier unterliegen diese Rohstoffe oft anderen Marktzyklen als Aktien aus anderen Branchen oder Anleihen. Sie können ebenfalls einen Ausgleich gegen Verluste in den anderen Anlageformen bilden. Dazu bieten sie einen gewissen Inflationsschutz, da sie sich insbesondere bei steigenden Lebenshaltungskosten gut entwickeln. Die zunehmende Weltbevölkerung und die Entwicklung aufstrebender Märkte sorgen für zunehmenden Bedarf. Rohstoffaktien sind oft gute Dividendenzahler. Ich verfüge noch über eine Ölheizung und bin viel mit dem Pkw unterwegs. Durch meine Ölinvestments verdiene ich an steigenden Ölpreisen mit und kann so steigende Benzinpreise und Heizkosten für den Eigenbedarf ausgleichen.

 

Mein Investment im Rohstoffsektor sehe ich nicht als Depotantreiber, sondern als Stabilisator. Da Rohstoffe allgemein als spekulatives Investment gelten, werden erfahrene Anleger nun sicherlich die Stirn runzeln. Die Stabilität ergibt sich für mich jedoch aus dem Diversifikationseffekt. Ob die Kurse der Rohstoffe gerade hoch oder niedrig notieren, interessiert mich zunächst einmal nur hinsichtlich eines Kauf- oder Verkaufszeitpunktes. Während die Werte sich in meinem Depot befinden, ist vielmehr die grundsätzliche strategische Perspektive relevant. Als langfristiger Anleger beobachte ich für diesen Investitionssektor hauptsächlich die Entwicklung der Weltbevölkerung, den Energiebedarf und alternative Rohstoffquellen in den nächsten Jahren.

 

 

Setze dir ein realistisches Ziel!

 

Die Zielrendite für mein gesamtes Vermögen habe ich derzeit auf 7-9 Prozent pro Jahr festgelegt. Das ist durchaus ambitioniert, jedoch nicht unrealistisch. Seit meinem Einstieg in die aktive Geldanlage im Jahr 2011 habe ich dieses Ziel bislang immer erreicht. Selbst bei dauerhafter und deutlicher Verfehlung dieser Ziele, wäre mein Ergebnis vermutlich immer noch besser, als bei einer Ausrichtung meiner Geldanlage auf Rentenversicherungen oder Riester-Produkte. Dein Renditeziel sollte zu deinem Anlagehorizont und deiner Risikobereitschaft passen.

 

Zum Abschluß dieser Artikelserie stelle ich dir im kommenden Beitrag ein kostenloses Excel-Sheet vor, mit dem du deine Vermögensstruktur visualisieren kannst.

 

Wie teilst du deine Anlageklassen auf? Welche Feingliederung nimmst du vor? Gibt es gar Anlagen, die du vollständig meidest? Schreib gerne einen Kommentar zu deinem Vorgehen! Ich freue mich auf eine interessante Diskussion.

 

 

Bild: © panthermedia.net /Olivier26

Wichtiger Hinweis nach § 34b WpHG – Haftungsausschluss

Die hier vorgestellten und besprochenen Geldanlagen befinden sich teilweise in meinen privaten Depots oder auf der Beobachtungsliste. Alle Beiträge dienen lediglich der Information oder der Unterhaltung. Sie stellen ausdrücklich keinerlei Empfehlung oder Kaufaufforderung dar. Ich leiste keine rechtsgeschäftliche Anlageberatung und kann diese auch nicht ersetzen. Dies gilt für sämtliche Kommunikationswege. Bei den hier erläuterten Anlageentscheidungen handelt es sich um meine subjektive Meinung. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Geldanlagen immer mit Risiken behaftet sind, die bis zum Totalverlust führen können. Eine Haftung für deine Anlagenentscheidungen kann ich nicht übernehmen. Du handelst eigenverantwortlich und auf eigene Gefahr. Vor einer Anlageentscheidung empfehle ich dir die Inanspruchnahme einer professionellen Beratung.

Artikelserie Vermögensstruktur

Artikel 1/4 – Aufbau einer Vermögensstruktur

Artikel 2/4 – Wie du deinem Vermögen eine Struktur verleihen kannst

Artikel 3/4 – So sieht meine eigene Rubrikeinteilung aus

Artikel 4/4 – Wie mich ein kostenloses Excel-Sheet vor teuren Fehlentscheidungen bewahrt

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