Daytrading erfreut sich großer Beliebtheit. Zuhause vor dem Rechner einfach nur Aktienkurse verfolgen und mit wenigen Klicks das Geld vermehren. Dazu kommen hohe Renditeversprechen in der Werbung und unzählige Erfolgsgeschichten zum Trading. Wie überall, gilt auch an der Börse, dass man vorher wissen sollte, worauf man sich einlässt.

 

In diesem Beitrag geht es darum, warum ich nicht versuche, durch Daytrading schnell reich zu werden. Grundsätzlich habe ich nichts gegen diese Art der Geldanlage. Jeder sollte sich seine eigene Meinung zu dem Thema bilden und diese auch begründen können. Ich erläutere einfach nur meine Gründe, warum ich mich persönlich nicht damit beschäftige.

 

Wenn du dich darüber hinaus für weitere Aspekte des Daytradings interessierst, kann ich dir den Artikel über den Selbstversuch einer Redakteurin vom Handelsblatt empfehlen.

 

 

1. Die wissenschaftlichen Fakten sprechen gegen Daytrading

 

Was den wissenschaftlichen Aspekt angeht, ist die Sache ziemlich eindeutig. Die veröffentlichten Studien zum Thema Daytrading kommen alle zu ähnlichen Ergebnissen: 80- 85 Prozent der Teilnehmer an diesen Studien, die dort beobachtet und deren Konten überwacht wurden, realisieren langfristig Verluste.

 

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass nur 15- 20 Prozent der Daytrader auf Dauer einen Gewinn erwirtschaften. Der durchschnittliche Gewinn liegt bei rund 22.000 US-Dollar in einem Zeitraum von 8 Monaten. Das entspricht in etwa einem ganz anständigen Nettogehalt. Allerdings ist es sehr weit davon entfernt, mit Daytrading zu schnellem Reichtum zu gelangen.

 

Ich müsste also zu den besten 20 Prozent gehören, um mit Daytrading erfolgreich zu sein.. Wenn jeder glaubt, dass er zu dieser Gruppe gehören kann, müssen zwangsläufig mehr als dreiviertel dieser Menschen falsch liegen. Ich selbst glaube nicht, dass ich meine Risiken beim Traden so managen könnte, dass ich dauerhafte Gewinne einfahren kann. Mein subjektives Risikoempfinden spricht also ebenfalls gegen Daytrading. Wenn jemand glaubt, zu den 20 Prozent gehören zu können, dann ist das eine Ansicht, die ich respektiere. Ich habe nicht den Anspruch einen erheblichen Teil meiner Freizeit für dieses Ziel zu kämpfen.

 

Die Werbung für Trading-Plattformen versprechen hohe Renditen mit wenigen Klicks. Das hört sich erstmal spannend an. Die wenigen wirklich erfolgreichen Daytrader verfolgen dabei oftmals eine passive und zumeist extrem langweilige Anlagestrategie.

 

 

2. Meine Überzeugung für langfristige Investments spricht gegen Daytrading

 

Daytrading bedeutet, dass man während nur eines Handelstages, bestimmte Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Zertifikate, Rohstoffe oder andere Finanzprodukte kauft und auch wieder verkauft. Die Haltezeit ist deutlich geringer, als bei meiner langfristigen Strategie. Ich bin davon überzeugt, dass es mir am Ende mehr bringt, langfristige Erträge zu generieren.

 

Ich glaube nicht daran, dass ich in der Lage bin, Aktienkursbewegungen während eines Tagesverlaufes vorhersagen zu können. Wenn eine Aktie um 1 Prozent fällt, dann kann sie am nächsten Tag wieder fallen, aber auch genauso gut steigen. Kurzfristige Schwankungen sind für mich zufällig und aus meiner Sicht für uns Marktteilnehmer nicht zu prognostizieren. Mir fehlt da die innere Überzeugung, Wahrsager zu spielen und solche Entwicklungen vorhersagen zu können. Ich traue mir daher nicht zu, in solch kurzen Zeiträumen positive Renditen erwirtschaften zu können.

 

Daytrading-Vergleich-langfristig

Nestlé-Aktie

 

Ich bleibe lieber bei dem, was ich gut kann und konzentriere mich nur auf einige wenige Bereiche, wo ich mich umfänglich auskenne. Ich kaufe mir lieber eine Nestlé-Aktie im Jahr 2000 für unter 18 Euro, halte sie eine ganze Weile, kassiere und reinvestiere meine Dividenden und verkaufe sie dann im Jahr 2014 für 60 Euro. Derjenige, der mir diesen Preis für meine Anteile zahlt, hat dann die Möglichkeit von weiteren Kursanstiegen und Erträgen zu profitieren. Dieses Prinzip ist einfach und das verstehe ich. Dafür habe ich mich entschieden und dabei möchte ich bleiben.

 

 

3. Für Daytrading benötige ich viel Kapital oder einen Kredithebel

 

Wenn ich eine Aktie kaufe und sie steigt dann innerhalb eines Tages von 100 Euro auf 101 Euro ist das nicht besonders viel. Trotzdem ist das eine völlig normale Veränderung, wie sie täglich tausendfach an der Börse vorkommt. Leider kann ich so nicht wirklich etwas verdienen. Um einen nennenswerteren Gewinn einzustreichen, müsste ich also viel mehr Kapital einsetzen oder eine Aktie mit einer höheren Schwankungsbreite und damit mit höherem Risiko auswählen. Zumal ich auch die Gebühren berücksichtigen muss. Dann habe ich aber immer noch keine Diversifikation.

 

Das erhöht natürlich den Anreiz einen Kredithebel einzusetzen. Für mich ist hier das Verhältnis zwischen Rendite und Risiko einfach nicht passend genug, um langfristig profitabel traden zu können. Im schlimmsten Fall müsste ich noch Geld nachschießen, wenn ich mein geliehenes Geld dank des Hebels auch noch verzocken würde. Ich vermeide generell Investitionen auf Kredit.

 

 

4. Die Psychologie

 

Ich versuche Emotionen bei der Geldanlage vollständig auszuschalten. Es gibt sicherlich Menschen, die es aufregend finden, das tägliche Auf und Ab von Kursen zu beobachten und denen das einfach im Blut liegt. Der Adrenalinkick bei profitablen Trades mag für viele ebenfalls reizvoll sein.

 

Oft beginnen Daytrader mit einem Demokonto. Wenn sie dann nach einer Weile dort ordentliche Gewinne realisiert haben und dann plötzlich mit realem Geld traden, wird der Druck von jetzt auf gleich ungleich höher. Er steigert sich mit jedem Verlusterlebnis. Fast jeder Mensch macht unter Druck mehr Fehler, als wenn er völlig befreit agieren könnte. Warum sollte ich mich in eine solche Situation begeben?

 

Die Gefahr auf Grund meiner Psyche eine Fehlentscheidung nach der anderen zu treffen und die Druckspirale immer weiter nach oben zu drehen, wäre mir viel zu groß. Man begibt sich vielleicht in eine Situation in der man sich eingestehen muss, dass man die Sache mit besser mit Verlust beendet, da ansonsten der Druck so sehr steigt, dass man immer weiter machen muss. Ob ich einer solchen Drucksituation gewachsen wäre, weiß ich nicht. Ich bin davon überzeugt, dass für die meisten Menschen dieser psychologische Druck zu hoch wäre. Ich bin nicht in einer Situation, das für mich ausprobieren zu müssen.

 

Ich habe auch überhaupt gar keine Lust am Ende eines jeden Tages einen Strich unter meine Geldanlage zu ziehen und mich in die Kategorie „Gewinner“ oder „Verlierer“ einzuordnen.

 

 

5. Der Aufwand

 

Wenn ich den ganzen Tag vor dem Rechner sitzen muss und Kurse beobachte, ähnelt Daytrading für mich mehr einem Nebenjob als einer Anlagestrategie. Es ist einfach nur der Tausch Zeit gegen Geld. Wenn man es wirklich objektiv betrachtet, in den meisten Fällen sogar Zeit gegen Verlust. Die meisten Daytrader verschwenden ihre Zeit und ihr Geld und machen damit ein doppeltes Verlustgeschäft.

 

Im Prinzip ist es genau das Hamsterrad, dem viele von uns gerne entfliehen wollen. Und in dieses begeben wir uns freiwillig, oftmals noch zusätzlich zu unserem 40 Stunden-Haupthamsterrad.

 

Ich habe für mich eine Anlagestrategie gewählt, bei der ich regelmäßige Gewinne erziele. Und zwar auch dann, wenn ich nicht vor dem Rechner sitze, sondern zum Beispiel draußen an der frischen Luft bin. Beim Trading enden meine Gewinnchancen in dem Moment, wo ich den Rechner ausschalte. Anders ist das bei einer langfristigen Anlagestrategie mit regelmäßigen Erträgen. Ich beschäftige mich in meiner Freizeit lieber mit anderen Dingen, als den ganzen Tag vor dem PC zu sitzen und Kurse zu verfolgen.

 

 

Fazit: 

 

All diese Aspekte führen für mich dazu, dass ich mich nicht mit Daytrading beschäftige. Ich verfolge lieber weiter meine langfristige Anlagestrategie und generiere regelmäßige und stetig wachsende Erträge. So kann ich auch Geld verdienen, wenn ich nicht vor dem Rechner sitze und Kurse verfolge.

 

Nur gehört es für mich eher in Kategorien wie Poker oder Sportwetten, als dass es sich um Vermögensaufbau im eigentlichen Sinne handelt. Wenn jemand Daytrading als Hobby oder als Nebenjob betreibt, dann halte ich das für völlig legitim. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Jedoch sollte es meiner Meinung nach nicht mit passivem Einkommen verwechselt werden.

 

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr Erfahrungen mit Daytrading gemacht oder habt ihr vielleicht sogar eine Erfolgsgeschichte zu erzählen? Wie immer, freue ich mich über euren Kommentar!

 

Bild: www.pixabay.de

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Wichtiger Hinweis nach § 34b WpHG – Haftungsausschluss

Die hier vorgestellten und besprochenen Geldanlagen befinden sich teilweise in meinen privaten Depots oder auf der Beobachtungsliste. Alle Beiträge dienen lediglich der Information oder der Unterhaltung. Sie stellen ausdrücklich keinerlei Empfehlung oder Kaufaufforderung dar. Ich leiste keine rechtsgeschäftliche Anlageberatung und kann diese auch nicht ersetzen. Dies gilt für sämtliche Kommunikationswege. Bei den hier erläuterten Anlageentscheidungen handelt es sich um meine subjektive Meinung. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Geldanlagen immer mit Risiken behaftet sind, die bis zum Totalverlust führen können. Eine Haftung für deine Anlagenentscheidungen kann ich nicht übernehmen. Du handelst eigenverantwortlich und auf eigene Gefahr. Vor einer Anlageentscheidung empfehle ich dir die Inanspruchnahme einer professionellen Beratung.

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