In meiner allerersten Artikelserie habe ich versucht, euch die Notwendigkeit eines konsequenten Konzeptes im Umgang mit Geld nahe zu bringen und euch einen Vorschlag für eine strategische Blickweise auf eure Haushaltsfinanzen gemacht. Das richtige Girokonto spielt dabei eine wesentliche Rolle.

 

Die Artikelserie zu meinem Finanzsetup ist damals auf große Resonanz gestoßen und wird auch heute noch regelmäßig gelesen. Seinerzeit hatte ich nichts darüber geschrieben, welche Anbieter und Produkte ich konkret nutze. Jedoch häufen sich eure Fragen diesbezüglich, so dass ich das gerne mit einer Update-Artikelserie nachholen möchte.

 

Hierbei möchte nicht einfach mit Hilfe von „Copy/Paste“ die Vor- und Nachteile aus Testberichten herunterbeten, sondern euch meine eigenen Erfahrungen detailliert vorstellen.

 

Ich möchte begründen für welche Anbieter ich mich aus welchen Gründen entschieden habe und welche persönlichen Bedürfnisse dem zu Grunde liegen.

 

Insgesamt umfasst das Update zum Finanzsetup fünf Artikel. In diesem Beitrag geht es um meine Girokonten, im nächsten Artikel zeige ich euch meine Tagesgeldkonten und zum Schluss werden drei Artikel zu meinen Depotanbietern erscheinen.

 

Das Einnahmenkonto und das Freibudgetkonto werden in meinem Finanzsetup als Girokonten bei der ING geführt. Falls ihr gerade nicht wisst, an welcher Stelle vom Finanzsetup wir uns gerade befinden, könnt ihr euch die Grafik in der Übersicht noch einmal aufrufen.

 

Uebersichtsgrafik Kontenstruktur Gesamt

 

 

1. Das Einnahmenkonto

 

Dieses Konto nutze ich als Gehaltskonto. Das Geld, womit ich meine monatlichen Fixkosten bediene, verbleibt auf diesem Konto. Das übrige Geld wird per Dauerauftrag sofort nach Gehaltseingang auf die anderen Konten verteilt.

 

Mein Einnahmenkonto bleibt also weitgehend unangetastet. Alles läuft automatisch per Dauerauftrag oder Lastschrift. Eine persönliche Beratung benötige ich nicht. Ich wüsste auch nicht, was es bei einem Girokonto großartig zu beraten geben könnte. Von daher ist für mich hier das allerwichtigste Kriterium die kostenlose Kontoführung.

 

 

Das kostenlose Girokonto der ING

ING

 

 

Kunde bin ich dort seit dem Jahr 2011. Zusätzlich zu meinen beiden Girokonten, habe ich auch noch ein Depot mit Verrechnungskonto dort. Derzeit kann dort pro Person ein Einzel- und ein Gemeinschaftskonto eröffnet werden. Warum ich mein Finanzsetup trotzdem um einige weitere Anbieter ergänzt habe, erfährst du im weiteren Verlaufe der Artikelserie.

 

In den kommenden Monaten ändert die Bank ihr Logo und nennt sich zukünftig nicht mehr ING-DiBa, sondern einfach ING. Diese Änderung habe ich in diesem Artikel bereits umgesetzt. Oben findet ihr auch bereits das neue Logo. ING steht für Internationale Nederlanden Groep, so heißt die holländische Mutter.

 

Als im vergangenen Jahr die ersten Banken angekündigt haben, die Gebühren für Kontoführung zu erhöhen, versprach die ING zeitgleich ihr Girokonto auch weiterhin kostenlos zur Verfügung zu stellen.

 

Nach der Erhöhung der Kontoführungsgebühren meiner Hausbank bin ich nach 20 Jahren und reiflicher Überlegung zu einer Direktbank gewechselt. Dieser Wechsel bringt mir eine Ersparnis von immerhin 120 Euro pro Jahr. Bis dahin hatte ich immer Bedenken, dass bei einem Kontowechsel etwas schief laufen könnte.

 

 

Unkomplizierter Kontowechsel

 

Nach meinem Entschluss fühlte ich mich auch anfangs etwas unwohl, weil ich die Befürchtung hatte, dass nicht alle Zahlungspartner meine Bankverbindung rechtzeitig umstellen würden und ich über Monate zwei Konten mit ausreichender Deckung parallel führen müsste. Insbesondere meinem Dienstherrn habe ich den Wechsel nicht auf Anhieb zugetraut.

 

Ich war aber auch ein wenig neugierig den Kontowechselservice auszuprobieren und für einen Blogbeitrag zu testen. Letztlich hat alles reibungslos funktioniert! Der Wechsel wurde innerhalb eines Monats vollständig und ohne Komplikationen vollzogen. Ich habe den Wechselprozess allerdings kurz nach Monatsbeginn gestartet, damit die Zahlungspartner genug Zeit haben um bis zum nächsten Monatswechsel ihren Job zu erledigen.

 

Der Aufwand hielt sich für mich sehr in Grenzen, denn die meisten Zahlungspartner konnten von der ING automatisch informiert werden. In einigen wenigen Fällen, wo das nicht möglich war, wurde von der Bank ein vorgefertigtes Anschreiben vorbereitet, welches ich nur noch ausdrucken, unterschreiben und verschicken musste. Das war schon alles.

 

Das erwartete Chaos blieb also aus. Dabei war diese Sorge eigentlich der Hauptgrund, warum ich meiner Hausbank so lange treu geblieben war.

 

Besonders gut gefällt mir, dass ich fast nichts mehr auf dem Postweg erledigen muss. Die Video-Legitimation ersetzt das umständliche Post-ID-Verfahren und sogar den Freistellungsauftrag kann ich online erteilen und ändern.

 

 

Hilfreiche Apps

 

Das Angebot wird ständig weiter entwickelt und um immer neue und nützliche digitale Innovationen ergänzt. Bei meiner Hausbank war es mir bis zum Schluss nicht möglich, eine Überweisung per Handy oder Tablet durchzuführen. Und das im Jahr 2017! Diese Einschränkung bin ich nun los. Derzeit existieren bereits mehrere Apps, mit denen sich bereits eine ganze Menge mobil erledigen lässt.

 

Zukünftig soll die Banking to go App sämtliche Funktionen zusammenfassen und die anderen Apps ersetzen. Besonders freue ich mich über die Funktion der Fotoüberweisung und auf die Möglichkeit, auch meine Konten bei anderen Banken über diese App zu verwalten. Wer Bedenken hinsichtlich der Sicherheit hat, kann sich hier das Sicherheitsversprechen der  ING anschauen.

 

 

Günstiger Dispokredit

 

Mein Finanzplanjahr startet immer zum 01.Januar. Ich versuche meine Rechnungen nach Möglichkeit jährlich zu zahlen, da eine monatliche Zahlungsweise oft zu Preisaufschlägen führt, die mit meinem Finanzsetup unnötig sind. Im Januar wird also immer besonders viel Geld bei mir abgebucht. Ich muss mal schauen, ob ich das nicht ein bisschen besser übers Jahr verteilen kann.

 

Derzeit habe ich für dieses Konto einen überschaubaren Dispokredit eingerichtet, um die höheren Ausgaben am Jahresanfang automatisiert bedienen zu können. Die ING verlangt dafür 6,99 % Zinsen pro Jahr, was ich vergleichsweise günstig finde. Bei mir ist der Disporahmen ausschließlich für diesen Zweck gedacht und wurde auf maximal 30 % meines Monatsgehaltes festgelegt.

 

Durch das Finanzsetup sind dann ab Februar/März von ganz allein wieder ausreichende Geldmittel auf dem Einnahmenkonto vorhanden und ich kann damit ganz bequem die restlichen Ausgaben des Jahres bezahlen.

 

In meinem Konzept sieht das Einnahmenkonto keine EC-Kartennutzung oder Verfügungen am Geldautomaten vor und läuft vollautomatisch. Diese Aspekte sind vielmehr für das Freibudgetkonto interessant.

 

Wenn ihr euch für das kostenlose Girokonto der ING interessiertkönnt ihr es hier eröffnen oder euch weiter informieren*.

2. Das Freibudgetkonto

 

Mein freies Budget ist das, was ich jeden Monat zum Essen, Trinken und für meine Freizeitgestaltung zur Verfügung habe. Viele Menschen sind der Ansicht, dass das freie Budget zum Schluss festgelegt werden sollte, wenn alle anderen Ausgaben bereits berücksichtigt sind. Schließlich darf man nur das verkonsumieren, was im Monat wirklich übrig ist.

 

Ich verfolge da einen etwas anderen Ansatz. Ich bin der Ansicht, Vermögensaufbau kann nur dann funktionieren, wenn man mit dem Betrag, den man im Monat zur freien Verfügung hat zufrieden ist und gut auskommen kann. Zwanghaftes Sparen an allen Ecken und Enden, Geiz und Kleinlichkeit bei alltäglichen Dingen sind nichts für mich.

 

Ich möchte mein Leben genießen und mir ab und an etwas gönnen können. Das gehört für mich zur Lebensqualität und erhöht den Spaß beim Vermögensaufbau.

 

Diese Vorgehensweise funktioniert allerdings nur, wenn man ein gewisses Maß an Disziplin an den Tag legt. Das bedeutet für mich, dass das freie Budget zwar großzügig festgelegt, aber in absolut keinem Fall überschritten wird. Es muss sich über den Monat so verteilen, dass am Ende des Monats mindestens eine schwarze Null steht.

 

Damit es nicht in jedem Monat eng wird, lege ich das freie Budget vor den übrigen Kategorien fest. Durchaus großzügig aber mit Augenmaß! Unvorhergesehene und nicht regelmäßige Einnahmen werden auf dieses Konto eingezahlt.

 

 

Abhebungen am Geldautomat

 

Das Freibudgetkonto ist das einzige Konto, für das ich einen Geldautomat benötige. Dieses Konto wird von mir mit Abstand am häufigsten genutzt. Hier sind mir kostenlose Kontoführung und ein Geldautomat in unmittelbarer Nähe meines Hauses am wichtigsten.

 

Auch dieses Konto habe ich bei der ING eröffnet, da ich mir die Gebühren ersparen und mein Finanzsetup gerne auf so wenige Anbieter wie möglich beschränken möchte. Es soll ja möglichst einfach gehalten werden.

 

Mit der VISA Karte kann ich an so gut wie jedem Geldautomaten kostenlos Bargeld ziehen. So natürlich auch am Geldautomaten meiner nun ehemaligen Hausbank. Sollten auf dem fremden Automaten Gebühren ausgewiesen werden, übernimmt die ING-DiBa für mich diese Kosten.

 

Die VISA-Karte ist eine Debitkarte, daher werden eure Abhebungen in Echtzeit gebucht und nicht einmal monatlich. Hier könnt ihr nachschauen, wo ihr in eurer Nähe mit der VISA-Karte kostenlos Geld abheben könnt. Innerhalb der EU ist das kostenlos. Außerhalb der EU werden Gebühren in Höhe von 1,99 Prozent vom Umsatz fällig.

 

Neuerdings gibt es einen Mindestbetrag, den ihr abheben müsst. Dieser liegt bei 50 Euro.

 

 

Gar kein Haken etwa?

 

Die perfekte Direktbank also? Für mich kommt die ING dem sehr nahe. Trotzdem gibt es hier auch einen Haken, für den ich allerdings lange suchen musste, der für euch vielleicht wichtig sein könnte: Einzahlungen sind an den eigenen Geldautomaten nicht möglich.

 

Hierfür muss der Umweg über eine Fremdbank bzw. deren Geldautomaten genommen werden. In der Regel werden dann dafür Gebühren fällig. Für mich ist das zu verschmerzen, da ich sehr selten Bargeld einzahle. Mir ist es aber wichtig, euch auf diesen Umstand hinzuweisen.

 

 

Persönliche Beratung ist beim Girokonto heutzutage unnötig

 

Ich finde, dass eine persönliche Beratung für ein Girokonto heutzutage nicht mehr notwendig ist. Die Benutzeroberfläche ist selbsterklärend und auch für Neulinge im Online-Banking einfach zu durchschauen.

 

Ich habe keinerlei Bedenken zukünftig keinen persönlichen Ansprechpartner mehr zur Verfügung zu haben. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich zuletzt zum Thema Girokonto persönlich auf einen Bankmitarbeiter zugegangen bin.

 

Oftmals gehen wir davon aus, dass wenn wir unser Girokonto bei einer Filialbank kündigen, können wir dort auch unsere gewohnten Beratungsleistungen nicht mehr in Anspruch nehmen. Wenn ihr aber weitere Produkte der Bank in Anspruch nehmt, steht euch auch weiterhin die Beratung zu. Wenn ihr zum Beispiel Fonds regelmäßig bespart oder euren Immobilienkredit bei der Bank habt, könnt ihr natürlich weiterhin zu einem Kundenberater gehen. Nur eben nicht in Angelegenheiten, die das Girokonto betreffen.

Vorteile:

 

  • kostenlose Kontoführung
  • kostenlose EC- und VISA-Karte
  • Gebührenfrei Geld abheben an fast allen Geldautomaten
  • innovative Apps
  • günstiger Dispokredit

Nachteile:

 

  • Bareinzahlung nur bei Fremdbanken möglich
  • pro Person nur ein Einzel-, und ein Gemeinschaftskonto möglich

Wenn ihr euch für das kostenlose Girokonto bei der ING interessiert, könnt ihr euch hier weiter informieren.*

 

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Bild: www.pixabay.de

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