In meiner allerersten Artikelserie habe ich versucht, euch die Notwendigkeit eines konsequenten Konzeptes im Umgang mit Geld nahe zu bringen und euch einen Vorschlag für eine strategischen Blickweise auf eure Haushaltsfinanzen gemacht.

 

Die Artikelserie zu meinem Finanzsetup ist damals auf große Resonanz gestoßen und wird auch heute noch regelmäßig gelesen. Seitdem werde ich häufig von euch gefragt, welche Konten und Depots ich konkret für das Konzept nutze. Von daher wurde es langsam Zeit für eine Update-Artikelserie.

 

Hierbei möchte nicht einfach mit Hilfe von „Copy/Paste“ die Vor- und Nachteile aus Testberichten herunterbeten, sondern euch meine eigenen Erfahrungen detailliert vorstellen.

 

Ich möchte begründen, für welche Anbieter ich mich aus welchen Gründen entschieden habe und welche persönlichen Bedürfnisse dem zu Grunde liegen.

 

Insgesamt umfasst das Update zum Finanzsetup fünf Artikel. Im ersten Beitrag dieser Serie hatte ich euch bereits meine Girokonten vorgestellt. In diesem Beitrag geht es nun um meine Tagesgeldkonten, bevor ich euch in den kommenden Artikeln interessante Informationen und Hinweise zu meinen Depotanbietern geben werde.

 

Tagesgeldkonten sind verzinste Konten, auf deren Kapital ihr zu jedem Zeitpunkt uneingeschränkt zugreifen könnt. Es gibt also keine Kündigungsfrist. Im Unterschied zu einem Girokonto besitzt ein Tagesgeldkonto keine Funktion zur Verrechnung.

 

Direkte Überweisungen und Lastschriften auf fremde Konten sind also nicht möglich, sondern laufen immer erst über ein Referenzkonto von euch, welches ihr zuvor selbst bestimmt habt.

 

Diese Beschränkungen vermindern die Kosten des Tagesgeldkontos und tragen so unter anderem dazu bei, dass ihr dort höhere Zinsen bekommt, als auf einem Girokonto. Vereinfacht gesagt, funktioniert ein Tagesgeldkonto ähnlich wie das gute alte Sparbuch. Es wird jedoch ausschließlich elektronisch geführt.

 

Mein Reservekonto für Notfälle und das Sparkonto für mittelfristige Anschaffungen werden in meinem Finanzsetup als Tagesgeldkonten geführt. Falls ihr gerade nicht wisst, an welcher Stelle vom Finanzsetup wir uns gerade befinden, könnt ihr die Grafik in der Übersicht noch einmal aufrufen.

 

Uebersichtsgrafik Kontenstruktur Gesamt

 

 

3. Das Reservekonto

 

Auch wenn allerorts der arme Minizinssparer mit mitleidigen Kommentaren und Blicken bedacht wird: Richtig eingesetzt ist ein Tagesgeldkonto ein extrem wichtiger Baustein beim Vermögensaufbau. Auf Grund der Tatsache, dass das Geld täglich zur Verfügung steht, ist es nahezu optimal als kurz- und mittelfristiger Cashbunker geeignet.

 

Die Reserve ist die Lebensversicherung deines Vermögensaufbaus. Am besten sollte immer eine kurzfristig verfügbare Reserve von 2-3 Nettomonatsgehältern bereit gestellt werden. Sie wird nur in Fällen nicht planbarer Notfälle angetastet. Damit verhinderst du, Wertpapiere in ungünstigen Situationen verkaufen zu müssen und dich damit der Gefahr von Verlusten auszusetzen.

 

Notfälle sind für mich plötzliche Reparaturen am Auto oder Haus, kaputte Haushaltsgeräte oder nicht vorhersehbare Krankheitskosten. Dank diesem Konto wird der Zeitraum, in dem ich mich über plötzlich defekte Haushaltsgeräte ärgern muss, erheblich verkürzt. Mit dem Geld auf diesem Tagesgeldkonto gehe ich sehr diszipliniert um.

 

 

Das Tagesgeldkonto von Moneyou

Moneyou-Tagesgeldkonto

 

 

 

Für meine Tagesgeldkonten nutze ich seit 2014 den niederländischen Anbieter Moneyou. Hierbei handelt es sich um eine Tochter der niederländischen ABN-AMRO Bank. Moneyou fungiert dabei als Onlinemarke der ABN-AMRO.

 

Moneyou hat sich seit 2011 auch in Deutschland etabliert. Charakteristisch ist, dass sich die Bank nur auf einige wenige Produkte, wie Tages- und Festgeld konzentriert. Neuerdings werden auch Fondsprodukte angeboten.

 

Damals habe ich mich für Moneyou noch auf Grund der attraktiven Zinsen entschieden. Regelmäßig liegen die dortigen Tagesgeldzinsen im oberen Drittel der Vergleichskonditionen.

 

Obwohl der Zinssatz mit 0,5 % pro Jahr für Tagesgeld im Vergleich zu anderen Anbietern auch zur Zeit recht hoch ist, vernachlässige ich diesen Aspekt in Zeiten der Niedrigzinsphase. Ob ich jetzt irgendwo 0,3 % oder 0,5 % p.a. erhalte, ist mir nicht so wichtig.

 

 

Eigene Strukturierung durch Unterkonten

 

Vielmehr habe ich bei Moneyou im Laufe der Zeit einen ganz anderen Vorteil sehr zu schätzen gelernt. Hier ist es nämlich möglich, bis zu fünf Unterkonten pro Person zu eröffnen. Allen Unterkonten könnt ihr individuelle Namen geben. Zum Beispiel könnt ihr neben dem Reservekonto, ein Urlaubskonto oder ein Renovierungskonto eröffnen. Das verschafft euch einen tollen Überblick!

 

 

Übersichtliche Verwaltung

 

Auch gefällt mir sehr gut, dass sich das Online-Banking im wesentlichen auf die wichtigsten Funktionen wie Kontostand, Überweisung, Freistellungsaufträge und Änderung des Referenzkontos beschränkt. Es wirkt damit keinesfalls überladen. Es gibt auch eine App, die ich bislang jedoch noch nicht getestet habe.

 

Bei meiner Eröffnung in 2014 war ich noch auf das Post-Ident-Verfahren angewiesen. Mittlerweile ist auch hier die Video-Legitimation möglich, so dass für euch bei Neuabschluss der Gang zur Postfiliale entfallen würde. Angenehm ist auch, dass  Freistellungsaufträge bequem online erteilt werden können.

 

Die Festgeldzinsen hauen mit derzeitigen 0,6 % pro Jahr. zwar niemandem vom Hocker, jedoch ist das Festgeld jederzeit kündbar. Im Falle einer vorzeitigen Kündigung werden euch einfach die aktuellen Tagesgeldzinsen vergütet. Das ist mir so bei keinem anderen Anbieter bekannt.

 

 

Problem Einlagensicherung?

 

Ein Umstand, über den ihr zumindest Bescheid wissen solltet, ist, das Moneyou als niederländischer Anbieter nicht der deutschen Einlagensicherung unterliegt. Wie bei uns auch, sind über die gesetzliche Einlagensicherung in den Niederlanden Kundenguthaben bis 100.000 Euro abgesichert.

 

Auf Grund einheitlicher EU-Richtlinien sind die dortigen Rahmenbedingungen mit unseren größtenteils identisch. Obwohl der niederländische Einlagensicherungsfonds, wie viele weitere dieser Welt, eigentlich zu klein ist, mache ich mir über den Verlust meines Geldes wenig Sorgen. Selbst unser Einlagensicherungsfonds wird im Ernstfall auf Grund zu geringer Größe heillos überfordert sein.

 

Der niederländische Staat ist zu 75% an ABN AMRO beteiligt und wird im Notfall einspringen. Hinzu kommt, dass die Muttergesellschaft seit 2011 steigende Gewinne vermeldet. Da ich nicht mein gesamtes Vermögen auf eine Bank konzentriere, kann ich damit gut schlafen.

 

Leider ist eine Änderung des Referenzkontos etwas umständlich. Andererseits sorgt das aber auch für Vertrauen, da es sich dabei um Sicherheitsmaßnahmen handelt.

 

Dieses Tagesgeldkonto ist dann perfekt für euch geeignet, wenn ihr auf der Suche nach einer flexiblen, komfortablen und ertragreichen Anlagemöglichkeit für euer Erspartes seid. Das Konto bietet eine attraktive Verzinsung für Guthaben bis zu 1.000.000 Euro. Die Kontoführung ist komplett kostenlos und erfolgt ganz bequem online.

 

Das Moneyou-Tagesgeldkonto hier eröffnen!

4. Das Konto für mittelfristige Anschaffungen

 

Ein 15 Jahre altes Auto, das seinen Geist aufgibt und einen Neukauf nach sich zieht, ist in meinen Augen keine plötzliche und unvorhersehbare Ausgabe! Sie gehört bei mir auf das Konto für mittelfristige Anschaffungen.

 

Das dort gesparte Geld könnt ihr für neue Möbel, Haushaltserweiterungen, ein neues Auto, Urlaub oder andere planbare Ausgaben verwenden. Ich würde mich freuen, wenn ich die Abgrenzung zum Reservekonto anschaulich rüber gebracht habe.

 

Ihr habt sicher schon geahnt, dass dieses Tagesgeldkonto ebenfalls bei Moneyou liegt. Warum sollte ich einen weiteres Konto bei einem anderen Anbieter eröffnen, wenn ich die hilfreiche Unterkontenaufteilung habe? Es soll ja möglichst einfach sein.

 

Ich habe die Aufteilung bei diesem Konto und dem Reservekonto belassen. Wenn ihr möchtet, könnt ihre weitere Gliederungen zum Beispiel in Urlaubs-, Hochzeits-, Auto- oder Renovierungskonto vornehmen.

 

Hier könnt ihr das kostenlose Tagesgeldkonto bei Moneyou eröffnen!*

 

Welchem Anbieter für Tagesgeld vertraut ihr? Achtet ihr nur auf hohe Zinsen oder sind euch andere Kriterien wichtig? Habt ihr selbst Erfahrungen mit Moneyou gemacht? Ich freu‘ mich auf eure Kommentare!

Vorteile:

 

  • kostenlose Kontoführung
  • bis zu 5 Unterkonten möglich
  • vergleichsweise konstant hohe Tagesgeldzinsen
  • Festgeld jederzeit nachteilsfrei kündbar
  • niederländische Einlagensicherung bis 100.000 Euro
  • Freistellungsauftrag online änderbar
  • Video-Legitimation

Nachteile:

 

  • Referenzkontoänderung umständlich

 

Bild: www.pixabay.de

Hier könnt ihr euch nochmal die komplette Artikelserie zum grundlegenden Aufbau des Finanzsetups ansehen. Sie bildet das Fundament zu dieser Update-Artikelserie und enthält einen Schritt-für-Schritt-Vorschlag, wie ihr euren grundsätzlichen Umgang mit Geld gestalten könntet und eure Haushaltsfinanzen strategisch organisiert.

Artikelserie Finanzsetup *Update*

Artikel 1/5 – Finanzsetup-Update – Girokonten

Artikel 2/5 – Finanzsetup-Update – Tagesgeldkonten

Artikel 3/5 – Finanzsetup-Update – Meine Depots – ING-DiBa

Artikel 4/5 – Finanzsetup-Update – Depot 2

Artikel 5/5 – Finanzsetup-Update – Depot 3

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