Zum Start dieser Artikelserie habe ich versucht dir zu erklären, warum du dich und dein Finanzsetup absichern solltest. Heute möchte ich mich mit Versicherungsarten beschäftigen, die ich für notwendig halte.

 

Solche Versicherungen sind alle die, ohne die im Ernstfall deine Existenz bedroht ist. Eine Privatinsolvenz sollte für dich keine erstrebenswerte Alternative sein. Ohne die folgenden Versicherungen durchs Leben zu gehen, kann zudem alle deine Bemühungen dein Geld selbst in die Hand zu nehmen, dich finanziell selbstständig zu versorgen und dein Vermögen aufzubauen, auf einen Schlag zunichtemachen.

 

 

Kfz-Haftpflichtversicherung

 

Gesetzlich verpflichtend ist für alle Autobesitzer eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Wer ein nicht versichertes Auto fährt und erwischt wird, riskiert eine nicht unerhebliche Geldbuße bis hin zu einer einjährigen Freiheitsstrafe. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, eine Kaskoversicherung oder einen Schutzbrief zu integrieren.

 

Die Kfz-Haftpflichtversicherung wird immer dann benötigt, wenn du als Fahrer deines Kraftfahrzeuges bei jemand anderem einen Schaden verursachst. Bei kleineren Blechschäden kann sich die Schadenssumme noch in Grenzen halten. Die Verursachung eines Totalschadens bei einem neuwertigen Pkw hingegen, geht schon in Richtung mittlere fünfstellige Beträge. Sobald Menschen verletzt werden, holt sich die Krankenkasse des Geschädigten sämtliche Behandlungskosten vom Verursacher zurück. Die Summen, die hier im Raum stehen, kannst du dir leicht ausmalen, wenn du an Operationen, lange Krankenhausaufenthalte oder mehrwöchige stationäre Reha-Maßnahmen denkst. Ohne Kfz-Haftpflichtversicherung kann ein solches Ereignis den finanziellen Ruin bedeuten.

 

Du zahlst an die Versicherung einen regelmäßigen Beitrag, der abhängig davon ist, für wie wahrscheinlich die Versicherung einen Unfall im konkreten Fall hält. Dabei werden nicht nur deine persönlichen Umstände zur Berechnung herangezogen, sondern auch allgemeine Unfallstatistiken. Je länger du unfallfrei fährst, umso niedriger wird grundsätzlich der Beitrag, da sich der Schadensfreiheitsrabatt erhöht. Meldest du der Versicherung einen Schaden, zahlt die Versicherung den Schaden und der Beitrag wird wieder nach oben angepasst.

 

Bei kleineren Schäden kann es sich lohnen, die Schadenssumme aus eigener Tasche zu zahlen. Du kannst dir ausrechnen, wie teuer eine Hochstufung wäre und dann entscheiden, ob du die Versicherung in Anspruch nehmen möchtest. Trotzdem solltest du bei einem Unfall sofort deine Versicherung informieren, um nicht gegen die Versicherungsbedingungen zu verstoßen und etwaige Fristen zu wahren. Wer die Schadenssumme zahlen soll, kannst du im weiteren Verlaufe immer noch entscheiden.

 

Im Normalfall besteht zum 30.11. eines Jahres die Möglichkeit die Kfz-Versicherung zu kündigen. Allerdings gibt es hier einige Ausnahmen, wie z.B. unterjährig endende Versicherungsverträge, Beitragserhöhungen oder Fahrzeugwechsel.

 

Vielleicht hast du bereits festgestellt, dass deine Beiträge trotz Schadensfreiheitsrabatt immer teurer werden. Die Versicherungen erhöhen in fast jedem Jahr die Beiträge für Bestandskunden. Für Neukunden jedoch werden günstigere Tarife errechnet. So funktioniert ihr Kundengewinnungssystem. Die Beitragserhöhungen der Bestandskunden finanzieren die vergünstigten Neukundentarife. Durch diesen Rabatt bei einem weiteren unfallfreien Jahr wird die Erhöhung nicht unerheblich verschleiert. Sie sieht optisch gering aus und fällt dem Kunden nicht mehr so sehr auf. Aus Bequemlichkeit akzeptieren viele Bestandskunden somit die Preiserhöhungen. Bei den nachfolgenden Tabellen handelt es sich um Angaben aus der Beitragsrechnung zu meiner Kfz-Versicherung.

 

 

Kfz Versicherungsrechnung 2014

Beispiel – Kfz-Versicherungsrechnung 2014

 

 

Kfz Versicherungsrechnung 2015

Beispiel – Kfz-Versicherungsrechnung 2015 mit Beitragserhöhung

 

 

 

Sparpotenzial mit wenig Aufwand

 

Um unnötige Geldverschwendung zu vermeiden, kontaktiere ich einmal im Jahr rechtzeitig vor Ablauf der Kündigungsfrist bis zum 30.11. meine Versicherung. Ich bitte dann meinen Versicherungsvertreter meinen Beitrag für den Fall einer Umbuchung in einen Neukundentarif zu errechnen. Oftmals ist ein solcher Tarif für mich bei gleichen Bedingungen günstiger. Mit einem einzigen Anruf gelingt es mir in fast jedem Jahr, die für mich errechnete Beitragserhöhung auszugleichen. Der Kfz-Versicherungsbeitrag wird langfristig geringer und es werden Geldmittel frei, die dem Vermögensaufbau oder der Reservebildung zufließen.

 

Kfz Versicherungsrechnung nachverhandelt

Beispiel – Kfz-Versicherungsrechnung 2015 nach Tarifwechsel

 

 

An diesem Beispiel siehst du, dass auf Grund einer einzigen Kontaktaufnahme anstatt einer Beitragserhöhung um 3,24 % eine Ersparnis von 17,3 % erreicht werden konnte. Ich finde das lohnt sich.

 

Bei wem der Neukundentarif zu teuer sein sollte oder die Versicherung eine günstigere Einstufung verweigert, kann seinen Anbieter auch mit Hilfe eines Vergleichsportals im Internet wechseln. Hierzu benötigst du den aktuellsten Versicherungsschein und die Zulassungsbescheinigung Teil I.

 

Beim Anbieterwechsel gilt es zu beachten, dass du bei der Vergleichsberechnung die Angaben, die du beim derzeitigen Anbieter gemacht hast genauestens übernimmst, um einen aussagekräftigen Vergleich zu erhalten. Ich persönlich wähle nicht immer den allergünstigsten Anbieter, sondern einen günstigen mit einem gewissen Bekanntheitsgrad. Das ist wahrscheinlich meinem erhöhten Sicherheitsbedürfnis in Finanzfragen geschuldet. Ob das so notwendig oder eher übertrieben ist, musst du selbst entscheiden. Davon hängt ja auch die Höhe der möglichen Ersparnis ab.

 

Falls du dich für einen neuen Anbieter entschieden hast, solltest du die Deckungszusage des neuen Anbieters abwarten. Anschließend kündigst du den alten Vertrag fristgerecht per Einschreiben mit Rückschein und bittest um eine schriftliche Kündigungsbestätigung. Wichtig ist auch, dass zwischen Vertragsende des alten und Vertragsbeginn des neuen Vertrages keine zeitlichen Lücken liegen. Ansonsten würdest du dich strafbar machen und bei einem Unfall auf den Kosten sitzen bleiben.

 

 

 

Private Haftpflichtversicherung

 

Ohne eine private Haftpflichtversicherung können unabsichtliche Missgeschicke zum finanziellen Ruin führen. Sie ist demnach ein absolutes Must-Have, da sie immer dann einspringt, wenn durch dich oder deine Familie Andere im In- oder Ausland zu Schaden kommen. Unfälle im Straßenverkehr, die durch dich verursacht werden und bei denen du nicht Kraftfahrzeugführer bist, sind übrigens auch durch die private Haftpflichtversicherung gedeckt. Dazu zählen Unfälle als Fußgänger oder als Fahrradfahrer.

 

Private Haftpflichtversicherungen sind für Singles nicht teuer. Bei Policen, wo der Partner einschließlich aller im Haushalt lebender Kinder ohne eigenes Einkommen mitversichert ist, liegen die Beiträge nur unwesentlich höher. Es ist also nicht nötig, dass ein Paar mit gemeinsamer Wohnung, jeweils eine eigene private Haftpflichtversicherung hat. Hier ergibt sich weiteres Einsparpotential.

 

 

Berufsunfähigkeitsversicherung

 

Wenn du auf Grund von Krankheit oder Unfall deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst, solltest du dich nicht auf die Hilfe der gesetzlichen Rentenversicherung verlassen. Wenn du nicht nachweisen kannst, dass du nur weniger als sechs Stunden am Tag arbeiten kannst, bekommst du hier gar keine Unterstützung. Erst bei erwiesenen Einschränkungen, die dazu führen, dass du weniger als drei Stunden pro Tag einer Erwerbstätigkeit nachgehen kannst, erhältst du die volle Erwerbsunfähigkeitsrente vom Staat. Es wird keine Rücksicht darauf genommen, ob du in deinem Beruf arbeiten kannst oder eine weniger qualifizierte Tätigkeit ausüben musst. Hast du ein Medizinstudium abgeschlossen und dir in deinem Job einen guten Ruf erarbeitet, kann es dir zugemutet werden deinen Beruf als Pförtner fortzusetzen. Einkommensverluste wären dann dein Problem.

 

Damit dürfte klar sein, dass der Verzicht auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ein erhebliches Risiko darstellt, dass im Krankheitsfall nicht nur deine Vermögensplanung zerstört, sondern deinen Lebensstandard existentiell gefährdet.

 

Leider sind BU’s von Haus aus schon recht teuer. Trotzdem gibt es einige Argumente, die dafür sprechen, dass du dich bei der Suche nach einem Abschluss nicht nur auf einen günstigen Preis konzentrieren darfst.

 

Beim Abschluss einer privaten BU wird eine Summe vereinbart, die im Falle der Berufsunfähigkeit monatlich als Einkommensausgleich gezahlt wird. Die Zahlungen sind unabhängig davon, ob eine geringer qualifizierte Beschäftigung möglich wäre. Einen Sonderfall bilden hier zum Beispiel Polizeivollzugsbeamte. Hier sollte auf die Unterscheidung zwischen Berufsunfähigkeits- und Polizeidienstunfähigkeitsversicherung geachtet werden.

 

Grundsätzlich solltest du darauf achten, dass die Verträge bis zum geplanten Altersbeginn laufen. Enden die Verträge früher, hören auch die Rentenzahlungen auf und du stehst vor dem Problem, wie du die Zeit bis zum Altersrentenbeginn finanzierst.

 

Bei der sogenannten Gesundheitsprüfung darf in absolut gar keinem Fall irgendetwas verschwiegen oder geschönt werden. Viele Vorerkrankungen führen zwar zu einem höheren Beitrag, jedoch würde das Verschweigen einer Vorerkrankung zu einer Zahlungsverweigerung der Versicherung führen können. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, diese Versicherung so früh wie möglich abzuschließen. Je älter du wirst, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit zu erkranken. Selbst eine Allergie kann sich da schon auswirken. Dazu kommt, dass die Beiträge mit steigendem Eintrittsalter sowieso höher festgelegt werden. Als Nichtraucher gilt man oft übrigens auch nur dann, wenn man in den vergangenen zwölf Monaten keine einzige Zigarette geraucht hat. Gelegenheitsraucher sind also Raucher. Manche Versicherungen erwarten 10 Jahre rauchfreies Leben. Ab einem bestimmten Alter und mit bestimmten Vorerkrankungen wird es immer schwieriger einen Anbieter zu finden, der einen zu bezahlbaren Beiträgen bzw. überhaupt versichert.

 

Auch wenn es viel Arbeit ist, macht eine so teure Investition nur Sinn, wenn du im Bedarfsfall nicht an einer Formalität scheiterst. Stell dir vor, du wirst berufsunfähig und hast jahrelang Beiträge bezahlt und schließlich bekommst du nichts. Um ganz sicher zu gehen und dich nicht angreifbar zu machen, müsstest du dir sämtliche Berichte aller Ärzte ansehen, die du in den vergangenen Jahren aufgesucht hast und deine Beschwerden der Versicherung mitteilen. In diesem Zusammenhang solltest du dir gut überlegen, ob und wegen welcher Beschwerden du zum Arzt gehst. Wer sich einen Krankenschein holt, um mal ein paar Tage dem Streß zu entfliehen, sollte sich im Klaren darüber sein, dass das eine Behandlung auf Grund einer psychischen Erkrankung im Sinne der Versicherungsbedingungen darstellen kann.

 

 

 

Auslandskrankenversicherung

 

Wer unsere Bundesgrenzen verlässt, um Urlaub im Ausland zu machen oder wer grenznah wohnt und regelmäßig in ein Nachbarland fährt und sei es nur um kurz einzukaufen, kommt um eine Auslandskrankenversicherung nicht herum. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt zwar grundsätzlich im europäischen Ausland die Kosten, allerdings nur entsprechend den von der dortigen Sozialversicherung gezahlten Honoraren. Auf Kosten, wie zum Beispiel ein Rücktransport nach Hause würdest du sitzen bleiben. In manchen Ländern gibt es nicht mal einen Versicherungsschutz.

 

Bei ernsten Erkrankungen, die einen stationäre Krankenhausaufenthalte nach sich ziehen, würde auch hier der finanzielle Ruin möglich sein. Die gute Nachricht aber ist, dass Reisekrankenversicherungen oftmals für weniger als 20 Euro pro Jahr abgeschlossen werden können. Bei den meisten Anbietern sind innerhalb des versicherten Kalenderjahres alle Reisen bis zu einer Dauer von sechs Wochen pro Reise abgesichert. Darüber hinaus wäre eine Zusatzversicherung notwendig. Die Kosten-/Risikoabwägung geht für mich klar zu Gunsten der Reisekrankenversicherung aus.

 

 

 

Wohngebäudeversicherung

 

Eine Wohngebäudeversicherung betrifft nur Immobilienbesitzer und deckt Schäden ab, die durch Sturm, Hagel, Feuer oder Leitungswasser entstehen. Obwohl es in Deutschland keine gesetzliche Pflicht für eine solche Versicherung gibt, ist sie für Eigenheimbesitzer ein absolutes Muss. Die meisten Menschen finanzieren ihr Eigenheim über eine Bank. Zur Absicherung ihres Darlehens verlangt die Bank sowieso einen solchen Versicherungsschutz.

 

Im Schadensfall ist nicht nur dein Dach über dem Kopf und damit ein existentielles Grundbedürfnis fast aller Menschen beschädigt oder zerstört, sondern auch alles was du bis dahin finanziell aufgebaut hast. Ein Haus oder eine Wohnung ist für viele die Investition ihres Lebens. Preise und Leistungen unterscheiden sich bei den einzelnen Anbietern deutlich, so dass du die angebotenen Tarifelemente immer genau auf Notwendigkeit überprüfen solltest.

 

Die Wohngebäudeversicherung zahlt für Schäden, die das Gebäude selbst betreffen und alles was damit fest verbunden ist. Dazu gehören zum Beispiel eine Einbauküche und ein fest verlegter Fußboden. Abgedeckt sind die Instandsetzung, Reparatur und der Wiederaufbau. Bei Eigentumswohnungen läuft die Wohngebäudeversicherung meist über die Eigentümergemeinschaft und wird über das Hausgeld abgerechnet.

 

Du solltest dir die angebotenen Tarife genau ansehen und anhand deiner persönlichen Situation und dem Standort deines Hauses oder der Wohnung entscheiden, was du davon benötigst. Manchmal lässt sich durch den Verzicht auf Tarifoptionen ein bisschen Geld einsparen. Sehr wichtig ist, dass du die grobe Fahrlässigkeit ausschließen lässt. Brandschäden durch einen unbeaufsichtigten Adventskranz würden ansonsten schon zu einer Zahlungsverweigerung oder -einschränkung führen können.

 

Die Gebäudeversicherung greift nicht bei bestimmten Naturereignissen wie zum Beispiel Überschwemmungen, Erdbeben, Erdrutschen, Vulkanausbrüchen oder Lawinen. Hier gilt es abzuschätzen, wie wahrscheinlich ein solches Ereignis an deinem Wohnort ist und ob eine ergänzende Elementarversicherung sinnvoll wäre.

 

Du darfst nicht vergessen Änderungen am Gebäude durch Umbau oder Sanierung mitzuteilen. Eine nachträglich installierte Photovoltaikanlage wäre ansonsten nicht abgedeckt. Auch solltest du darauf achten, dass auch wirklich alle Nebengebäude mitversichert sind.

 

Der nächste Teil dieser Artikelserie stellt Versicherungen vor, die sinnvoll sein können.

 

 

Bild: © panthermedia.net /alphaspirit

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