Im letzten Artikel wurde erklärt, dass man vor dem Aufbau einer Vermögensstruktur, darüber nachdenken sollte, ob man grundsätzlich aktiv oder passiv investieren möchte. Ich bezeichne mich größtenteils als aktiver Anleger. Trotzdem enthält meine Strategie auch Elemente des passiven Investierens. In dieser Artikelserie geht es zunächst daher hauptsächlich um das aktive Investieren.

 

Von nun an liegt der Fokus dieses Blogs endlich auf der Ausgestaltung eines Depots und seinem Verrechnungskonto. Endlich können wir konkret beginnen, uns mit dem Kernthema dieses Blogs zu beschäftigen. Die nachfolgende Grafik kennst du schon aus der Artikelserie zum Finanzsetup.

 

Uebersichtsgrafik Kontenstruktur Gesamt

 

 

Um finanziell unabhängig zu werden, ist es unerlässlich, zunächst einmal Vermögen aufzubauen. Wenn du im Rahmen deines Finanzsetups eine monatliche Sparrate festgelegt hast, welche auf dein Verrechnungskonto fließt, kannst du mit den Überlegungen starten, wie du dein Geld investieren möchtest. Um das Vermögen wachsen zu lassen, solltest du dir folgende Regel immer wieder vor Augen halten:

 

Das Geld auf deinem Verrechnungskonto und die Erträge deines Depots verlassen diese beiden Töpfe unter keinen Umständen!

 

Ich zahle dazu per Dauerauftrag meinen monatlichen Sparbetrag auf mein Verrechnungskonto. Wenn sich eine Investitionsmöglichkeit ergibt, wird der entsprechende Wert in mein Depot gebucht. Ergeben sich aus der Investition zum Beispiel Zins- oder Dividendenerträge oder wird eine Position veräußert, fließt der Ertrag wieder zurück auf mein Verrechnungskonto und wird bei der nächsten Gelegenheit reinvestiert. So wächst mein Depot kontinuierlich an und es ist gewährleistet, dass der Depotwert trotz seiner zwischenzeitlichen Schwankungen langfristig ansteigt.

 

 

 

Welche Anlageklassen kommen für mich in Frage?

 

 

In welche Anlagemöglichkeiten du investieren möchtest, ist eine der schwierigsten Fragen beim Aufbau eines Vermögens. Diese Überlegungen und deren Umsetzung nennt man Asset Allocation. Am Markt gibt es eine Vielzahl von Finanzprodukten, die teilweise für Privatanleger nicht leicht zu verstehen sind. Es gibt Angebote zu sicheren Geldanlagen, mit denen du trotzdem Geld verlieren kannst, weil die Renditen unter Berücksichtigung von Inflation und Steuern nicht ausreichen. Dazu gibt es auch Geldanlagen, die aus Angst vor Verlusten von den Leuten gemieden werden, aber mit dem richtigen Umgang ansehnliche Renditechancen bieten. Um letztere Anlagemöglichkeiten geht es in diesem Blog. Mein Ziel ist es, Tipps und Hinweise zu eben jenem richtigen Umgang mit diesen Anlageklassen zu geben.

 

Grundsätzlich kann man sagen, dass man mit soliden und langfristigen Investitionen am Ende auch erfolgreich sein kann. Wenn du nicht kurzfristig spekulierst, die fragwürdigen Anlageprodukte vermeidest und deine Geldanlagen solide diversifizierst, hast du einen großen Teil der Risiken schon von vornherein ausgeschaltet.

 

Als ich mich entschlossen habe, meinen Vermögensaufbau selbstständig zu gestalten, war ich auf der Suche nach einer Strategie. Im Internet werden Unmengen von Konzepten und Strategien präsentiert. Im Endeffekt habe ich mir viele davon angesehen, mir die für mich besten Elemente herausgesucht und mit meinen eigenen Ideen kombiniert und dann schließlich an meinen Bedürfnissen ausgerichtet. Meiner daraus entstandenen Strategie kann ich vertrauen und ich werde sie konsequent befolgen.

 

 

Welches Anlageziel habe ich? Wie lange möchte ich mein Geld anlegen? Wieviel Risiko passt zu mir?

 

 

Bevor du dich für eine Strategie oder für konkrete Anlagemöglichkeiten entscheidest, solltest du unter Berücksichtigung deines Lebensalters ein Anlageziel definieren, welches mit deiner persönlichen Risikoeignung korrespondiert. Nichts anderes würde auch ein Kundenberater einer Bank mit dir erarbeiten. Die Wertpapiere werden von Finanzinstituten in verschiedene Risikoklassen unterteilt. Hierzu gibt es keinen gesetzlich vorgegebenen Standard. Um herauszufinden welche Wertpapiere die Bank dir anbieten kann, wird dein Risikoprofil ermittelt.

 

Wie lange kannst du auf das investierte Geld verzichten? Möchtest du in nächster Zeit eine größere Anschaffung tätigen? Wie lange möchtest du dein aktuelles Auto noch fahren? Steht die Familiengründung an? Diese Gedanken solltest du dir zuvor gemacht haben. Wähle deinen regelmäßigen Sparbetrag so, dass er möglichst nicht irgendwann reduziert oder ganz ausgesetzt werden muss.

 

Ich bin Mitte 30, würde mich selbst als eher sicherheitsorientiert bezeichnen und ich möchte einen langfristigen und recht kontinuierlichen Vermögensaufbau verwirklichen, um finanziell unabhängiger von Gehalt und Pension zu werden. Dass ich ein sicherheitsorientierter Anleger bin, würden die Menschen in meinem persönlichen Umfeld wahrscheinlich verneinen. Das liegt aber wohl eher daran, dass sie viele meiner Geldanlagearten nicht oder nur oberflächlich kennen und bislang keine eigenen Erfahrungen damit gemacht haben.

 

Die Einteilung in Risikoklassen wird von mir nur sekundär berücksichtigt, da ich nur in Produkte investiere, die ich wirklich ganzheitlich verstehe. Das führt zwangsläufig dazu, dass ich Risiken besser einschätzen kann und das Risiko allein durch diese Überlegung schon sinkt. Viele Anlageprodukte, die auf dem Markt angeboten werden, werden von mir einfach ignoriert. Alles wobei ich mich nicht wohl fühle, weil die Gesamtumstände nicht transparent geregelt sind, fällt weg. Daher verzichte ich zum Beispiel vollständig auf Rentenversicherungen, Riester-Verträge, Zertifikate und Optionsscheine.

 

Bei Rentenversicherungen und Riester-Verträgen kann ich nicht überblicken, wie mein Geld im Einzelnen angelegt wird oder wie die zukünftigen Bedingungen zum Beispiel in der Auszahlungsphase aussehen werden. Diese Anlagemöglichkeiten werden hingegen von der Mehrheit als subjektiv recht sicher eingestuft. Optionsscheine und Zertifikate schätze ich grundsätzlich als sehr komplizierte Produkte ein, wo mir der Zeitaufwand aus der Fülle an unterschiedlichen Varianten ein Produkt auszuwählen, unverhältnismäßig erscheint.

 

Für deine eigene Einteilung kannst du dir überlegen in welchen Geldanlagenarten du fit bist oder für welche du dich interessierst und dir gerne mehr Wissen darüber aneignen möchtest. Vielleicht bist du ja auch schon in ein bestimmtes Produkt investiert und möchtest gerne dabei bleiben?!

 

Ich habe für mich lediglich vier Rubriken festgelegt, in die mein Geld aufgeteilt werden soll. Im Einzelnen handelt es sich hierbei um: Aktien, verzinsliche Werte und Rohstoffe. Die vierte Rubrik stellt meine Cashposition auf dem Verrechnungskonto dar. Erfahrene Anleger werden nun vermutlich die Stirn runzeln und sich fragen, ob das alles ist. Ich vertrete allerdings die Ansicht, dass es so einfach wie möglich bleiben soll. Diese Anzahl an Rubriken ist überschaubar und für einen kleinen Privatanleger wie mich, völlig ausreichend. Ich bin lieber in wenigen Rubriken topfit, als dass ich in vielen Rubriken über Halbwissen verfüge.

 

 

 

Wie kann ich meine Investitionen sinnvoll aufteilen?

 

 

Anschließend habe ich mir die Frage gestellt, wieviel Geld in welche Rubrik investiert werden soll. Einen gewissen Cashanteil möchte ich mir für kurzfristige Investitionsgelegenheiten vorhalten. Damit ist ausdrücklich nicht der klassische heiße Tipp aus meinem persönlichen Umfeld gemeint. Stattdessen möchte ich mir eine gewisse Flexibiltät bewahren, auf bestimmte Marktsituationen adäquat reagieren zu können.

 

Aktien sind langfristig gesehen die nachweislich renditestärkste Anlageklasse. Daher habe ich den Aktienanteil in meiner Vermögensstruktur übergewichtet. Vielfach wird als Faustformel für den Aktienanteil im Depot „100 minus Lebensalter“ empfohlen. Ich halte das für einen guten Richtwert, denn je jünger man ist, umso besser kann man schlechtere Phasen an der Börse bedenkenlos aussitzen. Je näher das Rentenalter rückt, umso mehr möchte ich meine Aktienquote absenken. Eine etwas andere Ansicht vertritt der Portfoliomanager Dominic. Für mich kommt es nicht darauf an, diesen Richtwert penibel einzuhalten. Sollwert und Istwert sollen vielmehr ungefähr im ähnlichen Bereich liegen. Aus diesen Überlegungen ergibt sich für mich persönlich folgende Vermögensstruktur:

 

Vermögensstruktur Überblick

 

Wenn du selber eine Struktur aufbauen möchtest, kommt es meiner Ansicht nicht darauf an, in welche Rubrik du fünf oder zehn Prozent mehr investieren möchtest. Wichtiger ist, dass du für dich entscheidest, welche und wie viele Rubriken du festlegen willst. Genauso wichtig ist die Frage, wo du den Schwerpunkt setzen möchtest. Das sollte sich immer aus dem Ergebnis deiner Überlegungen zu Anlageziel und persönlicher Risikoeignung ergeben.

 

Eine Vermögensstruktur bei einem Vermögen von 10.000 Euro sollte anders ausgestaltet sein als mit 100.000 Euro. Dabei gilt für mich, je größer ein Vermögen ist, umso feingliedriger sollte es strukturiert werden. Innerhalb meiner Rubriken streue ich durch eine Feineinteilung die Investitionen stetig mit steigendem Vermögen. Die Struktur ist also niemals statisch, sondern entwickelt dynamisch und in immer detaillierter Ausprägung.

 

Demnächst werde ich dir meine persönliche Rubrikeinteilung innerhalb der Struktur vorstellen. Dann erfährst du auch, warum ich mich für diese Anlageklassen entschieden habe.

 

Wie ist deine Meinung zu dieser Aufteilung? In welche Anlageklassen investierst du? Wie immer, freue ich mich sehr auf deinen Kommentar.

 

Bild: © panthermedia.net /Olivier26

Wichtiger Hinweis nach § 34b WpHG – Haftungsausschluss

Die hier vorgestellten und besprochenen Geldanlagen befinden sich teilweise in meinen privaten Depots oder auf der Beobachtungsliste. Alle Beiträge dienen lediglich der Information oder der Unterhaltung. Sie stellen ausdrücklich keinerlei Empfehlung oder Kaufaufforderung dar. Ich leiste keine rechtsgeschäftliche Anlageberatung und kann diese auch nicht ersetzen. Dies gilt für sämtliche Kommunikationswege. Bei den hier erläuterten Anlageentscheidungen handelt es sich um meine subjektive Meinung. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Geldanlagen immer mit Risiken behaftet sind, die bis zum Totalverlust führen können. Eine Haftung für deine Anlagenentscheidungen kann ich nicht übernehmen. Du handelst eigenverantwortlich und auf eigene Gefahr. Vor einer Anlageentscheidung empfehle ich dir die Inanspruchnahme einer professionellen Beratung.

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