Diese Frage beschäftigt viele Privatanleger. Es ist auch gar nicht so leicht bei allen Dividenden-Terminen den Überblick zu behalten. Die wichtigsten Dividenden-Termine, die Unterschiede bei deutschen und ausländischen Aktien sowie die Frage, wann ihr mit eurer wohlverdienten Dividende rechnen könnt, möchte ich euch im heutigen Artikel in einfachen Worten erklären.

 

In den meisten Ländern werden zwar gesetzliche Rahmenbedingungen für die Verfahrensweise der Ausschüttung vorgegeben, doch jedes Unternehmen entscheidet selbst, ob und wann es eine Dividende ausschüttet.

 

Die Dividenden-Termine werden für jede Ausschüttung neu festgelegt. Wer in den Genuss der Dividendenzahlung kommen möchte, der sollte gerade beim Kauf seiner Wertpapiere darauf achten, wichtige Termine nicht zu verpassen.

 

Warum die kurzfristige Jagd nach Dividenden mit Risiken verbunden ist und welche Argumente für langfristige und umsichtige Investoren gegen Dividenden-Hopping sprechen, kannst du in diesem interessanten Artikel nachlesen.

 

 

Welche Dividenden-Termine gibt es?

 

1. Ankündigungsdatum – Declared Date

 

Das Ankündigungsdatum (Declared Date) ist der Tag, an dem der Verwaltungsrat des Unternehmens die nächste Dividendenzahlung öffentlich ankündigt. Die Ankündigung beinhaltet die beabsichtigte Höhe der Dividende, den Ex-Dividenden-Tag und den Auszahlungstermin. Hierbei handelt es sich zunächst nur um eine Absichtserklärung, dass man auf der Hauptversammlung den Aktionären einen entsprechenden Vorschlag machen wird.

 

2. Stichtag für den Aktienbesitz – Record-Date

Deutsche Aktien
Ihr müsst eine deutsche Aktie am Record-Date besitzen, um an der Hauptversammlungteilzunehmen und euer Stimmrecht ausüben zu können. Wenn ihr anschließend eure Anteile verkauft, hat das keinen Einfluss mehr und ihr dürft trotzdem hingehen und abstimmen. In Deutschland liegt der Stichtag 21 Tage vor der Hauptversammlung.   Wenn ihr nicht zur Hauptversammlung gehen und auch kein Stimmrecht wahrnehmen möchtet, könnt ihr dieses Datum vernachlässigen. Dieser Tag hat bei deutschen Aktien nichts damit zu tun, ob ihr eine Dividende erhaltet oder nicht.
Ausländische Aktien
Im Gegensatz dazu, ist das Record-Date bei ausländischen Aktien für die Dividendenberechtigung maßgeblich. Doch Vorsicht: Wenn ihr ausländische Aktien erst am Record-Date kauft, dann seid ihr für die aktuelle Dividendenausschüttung bereits zu spät!   Das liegt daran, dass hier nicht das Kaufdatum entscheidend ist, sondern der Zeitpunkt, wann sich die Aktien rechtlich in eurem Depot befinden. In den USA gibt es eine dreitägige Lieferzeit für Aktien. Schaut euch hierzu unbedingt Punkt 4.2 an!

3. Tag der Hauptversammlung

Deutsche Aktien
Bei deutschen Aktien findet die Hauptversammlung einen Tag vor dem Ex-Dividenden-Tag statt. Im Rahmen der Hauptversammlung wird der angekündigte Dividendenvorschlag den Aktionären zur Abstimmung vorgelegt. In der Regel wird der Vorschlag auch umgesetzt.   Es ist also völlig egal, ob ihr eure Aktie einen Tag, einen Monat oder ein Jahr in eurem Depot hattet. Maßgeblich für den Anspruch auf die Dividende ist das Tagesende der Hauptversammlung. Zu diesem Zeitpunkt muss sich die Aktie in eurem Depot befinden.
Ausländische Aktien
Bei ausländischen Aktien solltet ihr euch nicht an der Hauptversammlung orientieren, um zu prüfen, ob ihr Anspruch auf die Dividende habt. Denn ausländische Unternehmen zahlen oft mehrmals im Jahr aus. Halbjährliche oder quartalsweise Ausschüttung sind keine Seltenheit. Es gibt auch Unternehmen, die sogar monatlich eine Dividende ausschütten.

4. Ex-Dividenden-Tag

Deutsche Aktien
An diesem Tag wird die Dividende bei Eröffnung der Börse vom Aktienkurs abgezogen. Wenn ihr eure Aktie erst ab diesem Tag kauft, habt ihr keinen Anspruch mehr auf die aktuelle Dividende und müsst bis zur Hauptversammlung im nächsten Jahr warten.   Wenn ihr die Aktie vor diesem Tag in eurem Depot hattet, bekommt ihr die Dividende automatisch auf euer Verrechnungskonto gebucht. Wann das geschieht, erfahrt ihr unter Punkt 5.1.
Ausländische Aktien
Auch bei ausländischen Aktien gilt, dass ihr die entsprechende Aktie vor dem Ex-Dividenden-Tag in eurem Depot haben müsst um die Dividende zu erhalten.   Am besten ist es, wenn ihr den Ex-Dividenden-Tag eurer ausländischen Aktie selbst ermittelt, da dieser ja nicht wie in Deutschland automatisch am nächsten Werktag nach der Hauptversammlung stattfindet.   Jedes börsennotierte Unternehmen hat für seine Aktionäre einen speziellen Internetauftritt mit allen wichtigen Informationen (Investor Relations). Dieser ist frei zugänglich und ihr gelangt dorthin, wenn ihr einfach den Namen des betreffenden Unternehmens mit dem Anhang „IR“ googelt. Dort findet ihr in der Regel auch den wichtigen Ex-Tag. Probiert es einfach mal aus!   Manche Unternehmen veröffentlichen nur das Record-Date. In diesem Fall könnt ihr den Ex-Tag daraus ableiten. Sofern nichts anderes bekannt gegeben wird, liegt der Ex-Tag in Nordamerika zwei Werktage vor dem Record-Date. In Europa (außer Deutschland) liegt der Ex-Tag einen Tag vor dem Record-Date.   Wenn ihr sicher gehen wollt, die Dividende zu erhalten, kauft ihr die ausländischen Aktien einen Tag vor dem Ex-Dividenden-Tag und haltet sie bis zum Tag nach dem Record-Date in eurem Depot.     Falls ihr den Zeitpunkt verpasst, ist es im Ausland oftmals auf Grund der  unterjährigen Ausschüttung nicht so tragisch, denn die Wartezeit bis zur nächsten Zahlung ist hier ja kürzer als in Deutschland.   Außerdem würdet ihr die Aktie zu einem, um den Dividendenabschlag, reduzierten Preis kaufen können.

5.Tag der Auszahlung – Payment Date

Deutsche Aktien/EU-Aktien
Die tatsächliche Auszahlung der Dividende auf euer Konto findet später statt. Früher war bei deutschen Unternehmen der Ex-Dividenden-Tag auch der Auszahlungstag. Seit 2017 wird die Dividende in Deutschland jedoch erst am dritten Werktag nach der Hauptversammlung auf das Verrechnungskonto gebucht. Hintergrund für die Änderung ist die Vereinheitlichung der Regelung in der EU. Im Einzelfall kann auf der Hauptversammlung ein noch späterer Fälligkeitstermin festgelegt werden.
Ausländische Aktien
Der Auszahlungstag für ausländische Aktien wird von den Unternehmen individuell bestimmt und kann ebenfalls im Investor-Relations-Bereich eingesehen werden. Auch dauert die Gutschrift von Dividenden aus dem nichteuropäischen Ausland seitens der Banken meist etwas länger als innerhalb der EU via SEPA.   Als Faustregel kann man sagen, dass Auslandsdividenden deutlich später auf dem Konto ankommen als bei hiesigen Unternehmen. Zwischen der Ankündigung und der Buchung auf eurem Konto können Wochen, teilweise Monate verstreichen.

Der Faktor „Bank“

 

Leider funktioniert die Auszahlung nicht bei allen Depotbanken reibungslos. Manchmal kommt es bei der Auszahlung zu Verzögerungen, deren Ursache dann nicht mehr beim Unternehmen und seinen jeweiligen Dividenden-Terminen liegt.

 

Doch keine Angst! Wenn ihr sicher seid, dass ihr die relevanten Stichtage eingehalten habt, werdet ihr euer Geld auch automatisch ohne eigenes Zutun bekommen. Es wird kein Aktionär bei der Dividendenzahlung vergessen! Wenn ihr sehr ungeduldig seid, könnt ihr natürlich auch bei eurer Depotbank nachfragen und euch beruhigen lassen.

 

 

Beispiele aus der Praxis:

Dividenden-Termine_SAPHier seht ihr die Dividenden-Termine von SAP für das laufende Jahr. Wer die Aktie am Record-Date im Depot hat, darf zur Hauptversammlung gehen und sein Stimmrecht ausüben. Wer die Aktie zum Tagesschluss am 15.05.2019 im Depot hat, bekommt die Dividende. Der Zeitraum zwischen dem Datum der Hauptversammlung und dem Tag der Auszahlung ergibt sich aus drei Bankarbeitstagen zzgl. Wochenende.

Dividenden-Termine_Beispiel_CVS-HealthDie Grafik zeigt die relevanten Dividenden-Termine des US-Unternehmen CVS-Health für das Geschäftsjahr 2017. Auf Grund der rechtlichen Situation in den USA (Lieferdauer der Aktien) müsst ihr die Aktie am 22.10.2018 oder davor gekauft haben, um die Dividende aus der obersten Zeile zu erhalten. Frühestens am 25.10.2018 hättet ihr die Aktie verkaufen können, wenn ihr nicht bis zum nächsten Ex-Dividenden-Tag warten möchtet, bis ihr von der Ausschüttung profitieren könnt.

 

Ihr seht anhand der Grafik auch, dass zwischen Ex-Tag und Auszahlung eine ganze Weile vergehen kann. Auch nach dem Tag der Auszahlung können noch einige weitere Tage vergehen, bis der Betrag endlich auf eurem Konto ersichtlich ist.

 

 

Fazit

 

Deutsche Aktien
  • Ihr solltet eure Aktien rechtzeitig vor dem Ex-Dividenden-Tag ordern, um Anspruch auf die Dividende zu haben
  • Die Hauptversammlung findet einen Tag vorher statt und der für die Dividende maßgebliche Zeitpunkt ist der Börsenschluss am Tag der Hauptversammlung.
  • Verkaufen könnt ihr frühestens nach der Ex-Notierung.
  • Ihr bekommt eure Ausschüttung in der Regel drei Werktage nach der Hauptversammlung.
  • Das Record-Date regelt das Recht an der Hauptversammlung teilzunehmen und ein Stimmrecht auszuüben. Dieser Tag findet 21 Tage vor der Hauptversammlung statt.
Ausländische Aktien
  • Ihr müsst die Aktien rechtzeitig vor dem Ex-Dividenden-Tag kaufen, damit ihr an der Ausschüttung partizipiert.
  • Frühestens verkauft ihr am besten nach dem Record-Date.
  • Auf Grund der unterjährigen Ausschüttung bei vielen Aktien im Ausland liegt der Tag der Hauptversammlung dort in der Regel nicht direkt vor dem Ex-Dividenden-Tag.
  • Die Auszahlung ausländischer Dividenden landet erst deutlich später auf eurem Konto, da jedes Unternehmen seinen Tag der Auszahlung individuell festlegt und auch die Bearbeitungszeit bei der Depotbank berücksichtigt werden muss.

Auch wenn von der Ankündigung bis zur Auszahlung Wochen oder Monate vergehen können und Verunsicherung und Ungeduld verständlich sind, könnt ihr ganz beruhigt sein: Es wird kein berechtigter Aktionär bei der Ausschüttung vergessen! Wenn ihr die relevanten Dividenden-Termine geprüft und festgestellt habt, dass ihr sie beachtet habt, könnt ihr euch zurücklehnen und entspannt auf die Gutschrift warten.

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Bild: © panthermedia.net /belchonock

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